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Vier Rinder mussten bei dem Rettungseinsatz erschossen werden, drei konnten zurück auf ihre Weide gebracht werden.

Erschossene Rinder

Tierrettung erklärt Einsatz auf A5

Hemsbach - Die Rettungsaktion von mehreren Rindern auf der A5 nimmt am Mittwoch ein trauriges Ende – vier Tiere müssen erschossen werden. Bei Facebook hagelt es deshalb Kritik für die Tierrettung. 

„DAS ist sicherlich KEIN Tierschutz!“

Empörte Kommentare dieser Art lassen sich auf der Facebookseite der Tierrettung Rhein Neckar derzeit häufiger finden. Der Grund: Sieben ausgebüxte Rinder verirren sich am Mittwochnachmittag auf die A5, vier überleben dieses Ausflug in die Freiheit nicht. Jäger strecken die Tiere letztendlich nieder. (WIR BERICHTETEN)

Solche Hassmails erhält die Tierrettung unter anderem nach dem Einsatz bei der A5.

Jetzt melden sich die Tierretter mit einem Abschlussbericht bei Facebook zu Wort, erklären, wie es zum traurigen Ende der Rettungsaktion kommen konnte. Wir sprechen mit Michael Sehr, Vorstand der Tierrettung: „Wir sind sehr betroffen. Ich mache das seit zehn Jahren und war noch nie solchen Anfeindungen ausgesetzt.“, so Sehr.

Drei der sieben Tiere seien unversehrt wieder auf ihre Weide getrieben worden, so die Tierrettung. Bei dem Versuch vereinzelter Verkehrsteilnehmer, die restlichen Rinder einzukreisen, sei eine Frau von einem der Tiere überrannt und verletzt worden. Das panische Rind sei anschließend von einem Lkw getroffen und so schwer verletzt worden, dass es erschossen werden musste.

Tierrettung: Ausgebüxte Rinder lassen sich nicht fangen

Nachdem sich die übrigen Tiere Schutz in einem angrenzenden Getreidefeld nahe der Autobahn gesucht hätten, sei nach den gescheiterten Versuchen, die Tiere in Richtung der anliegenden Höfe zu treiben, die Entscheidung getroffen worden, die Rinder zunächst zu betäuben.

„Zu unserem großen Bedauern hatten die Jäger, welche mit dem ersten Entschluss der Polizei eigentlich nicht einverstanden waren, jedoch keine Möglichkeit gelassen, eine Betäubung der Tiere überhaupt zu initiieren.“, schreibt die Tierrettung.

Der Tierschutz hatte die Betäubungspfeile schon angelegt. Doch gerade als die Betäubungspfeile angeschossen werden sollten, schossen die Jäger schon auf die Rinder. „Es ging alles so schnell.“, erzählt der Tierretter.  

Es seien sogar Schüsse in grobe Richtung der Autobahn abgegeben worden. Doch so schockiert die Tierretter davon auch sind, sie verteidigen dennoch das Vorgehen:

„So frustriert wir auch sind, dass uns nicht einmal die Möglichkeit eröffnet wurde, die Tiere zu betäuben zu versuchen, so deutlich müssen wir aber leider auch klarstellen, dass wir den Entschlüssen der Entscheidungsträger großen Respekt beimessen und sie an sich für richtig halten. 

Hätte das Betäubungsmittel nicht zügig gewirkt, hätten die Tiere zum Schutz aller Beteiligten, wie auch der Autofahrer auf der A5 ebenfalls erlegt werden müssen.“ 

Sämtliche Helfer vor Ort hätten ihr bestmögliches getan, um den Tieren zu helfen. Auch die Jäger hätten ihren Auftrag, die Rinder bei zu großer Gefahr zu erschießen ausgeführt – wenn auch voreilig.

Die Tierrettung dankt in ihrem Post den Einsatzkräften und zahlreichen freiwilligen Helfern und bittet, die feindlichen Kommentare einzelner User, auch gegen Polizei und Jäger, noch einmal zu überdenken. 

Sehr kritisiert aber auch, dass die Tierretung sehr spät gerufen worden wäre. Sie wären erst um 17 Uhr informiert worden, nachdem ein Rund schon eine Frau verletzt hatte. Zwar seien sie die „Tierretter“,  jedoch könnten nicht immer alle Tiere wirklich gerettet werden. „Das hat und emotional sehr getroffen, aber wir haben unser Bestes gegeben“, so Sehr. 

kab

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