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Stephano Garofalo

Ausstellung von Stephano Garofalo in der Weststadt

„Ich bin kein Künstler!“

Heidelberg-Weststadt - Der gebürtige Heidelberger Designer und Künstler Stephano Garofalo stellt eine kleine Auswahl seiner Werke in der Römerstraße aus. Ein interessanter Mann. Grund genug für ein kleines Portrait: 

Einen Künstler nach seinen Inspirationen zu fragen, ist wie einen Autor nach seinem Lieblingswort zu fragen. Er wird darauf nicht wirklich eine Antwort finden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: es sind viele, unzählige, kleine, immer neue. Es ist immer eine Kombination und sie ändert sich im Laufe der Zeit, so wie jeder Mensch sich durch seine Erfahrung im Inneren verändert. Es sind vielmehr besondere Momente oder Erinnerungen, die prägen und bewusst oder unbewusst in eine bestimmte Richtung treiben. 

Bei Designer Stephano Garofalo war es ein alter, mit Kinoplakaten beklebter Bretterzaun in einem Dorf in Sizilien - sein Lieblingsort bei den Besuchen bei seiner Großmutter in den späten 60er Jahren. Diese Plakate, diese großformatigen Designs auf einem unebenen, verwitterten Untergrund übten eine ganz besondere Faszination auf den kleinen Jungen aus, die bis heute in seinen Werken sichtbar und fühlbar ist.

Kreativer Kopf mit wildem Lebenslauf

Garofalo wurde 1964 also Sohn deutsch-italienischer Eltern in Heidelberg geboren und lebt heute mit Frau und drei Kindern in der Nähe von Tübingen. Schon als Kind und Jugendlicher sind Bleistift, Kohle und Wasserfarben ständige Begleiter - Er selbst bezeichnet sich bis heute selbst nicht als „Künstler“, was daran liegen mag, dass der Weg dorthin nie geplant und auch nie planbar war. Nach einer kaufmännischen Ausbildung mit Umwegen über Grafikdesign, Innenausstattung, Werbung, Mediendesign, Fotografie und sogar als Verleger eines eigenen kleinen Kunstmagazines laufen alle Fäden zusammen und machen ihn, ohne dass er ein wirkliches berufliches Ziel vor Augen gehabt hätte, zu dem Künstler der er heute ist. Und das ist er. 

Künstler Stephano Garofalo meets SameSame

Alle kreativen und meist impulsiven Ideen, die ihn in seinem Leben und auf seinem Werdegang förmlich angesprungen haben, werden ein Erfolg. Auf kommerzieller Ebene hat Garofalo seit vielen Jahren unter anderem großen Erfolg mit den Designs seiner Postkarten, die in zahlreichen namhaften Geschäften und online mittlerweile weltweit verkauft werden. Die Idee dazu kam durch das von ihm ins Leben gerufene Magazin „Kunstblätter“.

Was macht seine Bilder so speziell? 

In erster Linie basieren seine Werke auf der Verwendung von Acrylfarben und Gips, die mit einem Spachtel in mehreren Schichten aufgetragen werden - Schnüre, Kabel und andere Gegenstände werden eingearbeitet, wieder herausgerissen, farblich eindrucksvoll abgesetzt - die dadurch entstehenden Strukturen und Bruchkanten verleihen den Werken und Objekten eine faszinierende Tiefe. Es gelingt Garofalo irgendwie, Inneres herauszuarbeiten so den Blickwinkel des Betrachters zu verändern. Oft dienen eigene Fotografien auf Holzplatten als Grundlage seiner großformatigen Werke, die so bearbeitet werden, dass sie einen einzigartigen, verwitterten und gleichzeitig belebten Charakter bekommen. 

Wer sich bei der Betrachtung seiner Kunst ein wenig Zeit nimmt, den Blickwinkel zwischendrin mal ändert, hat eine Ahnung davon, wie faszinierend ein alter, beklebter Bretterzaun auf Sizilien sein kann.

Wenn Du Dir seine tollen Bilder selbst anschauen möchtest, hast Du ab sofort abends bei einem Häppchen Sushi und einem Glas Wein die Gelegenheit dazu - seit Freitag, den 2.September stellt er einige ausgewählte Werke im neuen SameSame (Römerstraße 26, ehemaliges Schultes) aus. 

kh

Quelle: Heidelberg24

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