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Die ehemalige Kommandantur – hier ein Blick in den Ballsaal – wurde in den 1930er-Jahren erbaut und steht unter Denkmalschutz.

Konversionsfläche Campbell Barracks

Bekommt die Südstadt ein „Mark Twain Center“?

Heidelberg-Südstadt: Die Planungen für die Nachnutzung der Campbell Barracks gehen voran. Entsteht auf der Konversionsfläche ein Museum und Zentrum für transatlantische Beziehungen?

Es ist ein authentischer Ort mit reichhaltiger Geschichte: Die Kommandantur an der Römerstraße diente zunächst als Offiziersmesse für dort stationierten Wehrmachtseinheiten. Nach dem 2. Weltkrieg arbeiteten in dem Gebäude die höchsten Entscheidungsträger der US-Army in Europa. 

Die Stadt Heidelberg plant, in dem Gebäude auf den Campbell Barracks ein Zentrum für transatlantische Beziehungen einrichten. Die ersten baulichen Entwürfe werden zunächst im Bezirksbeirat Südstadt am 31. Mai vorgestellt. Im Juli entscheidet dann der Gemeinderat über das weitere Vorgehen.

Für 5,4 Millionen: Ausbau zu Mark Twain Center

Der Vorschlag der Verwaltung basiert auf einem Raum- und Funktionsprogramm des Berliner Architekturbüros Duncan McCauley. In zwei Phasen soll die Kommandantur zum „Mark Twain Center“ (MTC) ausgebaut werden. 

Die erste Phase sieht vor, Teile des Gebäudes mit möglichst geringem Aufwand für eine Inbetriebnahme vorzubereiten. Die Kosten hierfür liegen bei rund 800.000 Euro. Das Ziel ist ein geeigneter Rahmen für erste Ausstellungen und einen regelmäßigen Programmbetrieb. 

Anschließend soll in einer zweiten Phase das komplette Haus und ein Teil des angrenzenden Parks für die Nutzung vorbereitet werden. Die Kosten hierfür werden auf rund 4,6 Millionen Euro geschätzt. Phase 2 wird aber nur dann umgesetzt werden können, wenn sich geeignete Sponsoren in nennenswertem Umfang engagieren oder Fördermittel Dritter generiert werden können.

„Potenzial für einen kulturellen Leuchtturm“

Wir haben die Vision eines Zentrums, das die transatlantischen Verbindungen einerseits historisch dokumentiert und erforscht. Aus dem Mark Twain Center sollen andererseits aber auch Anstöße und Impulse kommen, was diese Beziehung künftig leisten kann: politisch, wirtschaftlich und kulturell. Wir sind überzeugt, dass unser Konzept das Potenzial für einen weit über die Region ausstrahlenden kulturellen Leuchtturm hat“, erklärt Heidelbergs Kulturbürgermeister Dr. Joachim Gerner.

Prof. Dr. Frieder Hepp, Leiter des Kurpfälzischen Museums, verantwortet das inhaltliche Konzept für das MTC: „Wir werden durch interaktive und multimediale Inszenierungen die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen illustrieren – ein Schwerpunkt liegt dabei natürlich auf der besonderen Rolle Heidelbergs“, sagt Hepp. Zudem werde ein attraktives Veranstaltungsprogramm mit Symposien, Vorträgen und Workshops sowie ein anspruchsvolles Bildungsprogramm angeboten. 

Als lokale Kooperationspartner engagieren sich bereits das Heidelberg Center for American Studies mit seinem Gründungsdirektor Prof. Dr. Detlef Junker und das Deutsch-Amerikanische Institut mit seinem Direktor Jakob Köllhofer. Des Weiteren wurde in den vergangenen zwei Jahren ein internationales Netzwerk aufgebaut, zu dem Institutionen wie die German-American Heritage Foundation (Washington) oder das Mark Twain Project an der University of California (Berkeley) gehören.

Phase 1: Bauliche Voraussetzungen und erste Ausstellungen

In der ersten Phase soll im Erdgeschoss des Hauses das Foyer mit den historischen Glasfenstern als Empfangsbereich hergerichtet werden. Im ehemaligen Ballsaal soll ein großer Veranstaltungsraum, im Kaminzimmer und den kleinteiligen Kabinetträumen ein literarischer Salon entstehen. 

Eine Raumflucht mit Blick auf den Park wird zur Ausstellungsgalerie. Notwendig werden der Bau einer Rampe im Eingangsbereich, die Einrichtung von Sanitärräumen, die Instandsetzung der historischen Substanz (Holzvertäfelung, Wandmalerei, Kamin) sowie die Umnutzung einiger Räume zu Büros, Küche und Lagerraum. 

Der südliche Gebäudeteil des Erdgeschosses sowie das Obergeschoss bleiben in dieser Phase ungenutzt. Im Obergeschoss werden zunächst nur zwei Büros eingerichtet. Dort soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Person für das Kulturmanagement seine Arbeit aufnehmen und sich um Konzeption und Organisation erster Ausstellungen kümmern.

Phase 2: Umfassende Renovierung und Erweiterung des Veranstaltungsprogramms

In einer möglichen zweiten Phase sollen die restlichen Räume im Erdgeschoss und das Obergeschoss als Ausstellungsbereiche hinzugezogen werden. Die Außenanlage soll ebenfalls in dieser Phase fertig gestellt werden. 

In dem von den Amerikanern in den 1950er Jahren errichteten südlichen Gebäudeteil würde – in den ehemaligen Büros der Kommandeure – auf beiden Ebenen „The Story – Amerikaner in Heidelberg“ als Ausstellung etabliert. 

Der Ausstellungsteil im Erdgeschoss würde sich mit der militärischen Präsenz der Amerikaner in Heidelberg befassen, im Obergeschoß läge der Fokus auf einem Zugang über Alltagsphänomene wie Mode, Musik oder Sport sowie der Diskussion aktueller gesellschaftspolitischer Zusammenhänge deutsch-amerikanischer Beziehungen. 

In einem Mittelflur könnte ein „Walk of Fame“ mit Porträts und Lebensläufen die lange Geschichte berühmter Amerikaner in Heidelberg sowie berühmter Heidelberger in Amerika dokumentieren.

Stadt Heidelberg/rmx

Quelle: Heidelberg24

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