+
Die mutmaßlichen Täter des Brandanschlags auf die Flüchtlingsunterkunft im Pfaffengrund stehen vor Gericht.

Prozessauftakt am Landgericht

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim: "Schäme mich für Tat!"

  • schließen
  • Sally Gutmann
    Sally Gutmann
    schließen

Heidelberg – Zwei Männer sollen im Oktober 2015 einen Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Henkel-Teroson-Straße verübt haben. Einer von ihnen hatte selbst in der Unterkunft gewohnt.

Prozessauftakt am Landgericht Heidelberg gegen Mohamad R. (27) und Adel M. (25). Den beiden Angeklagten wird versuchte gemeinschaftliche, besonders schwere Brandstiftung zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, die mehr als 100 Bewohner des Flüchtlingsheims in Lebensgefahr gebracht zu haben.

M. - ein ehemaliger Bewohner der Asylunterkunft in der Henkel-Teroson-Straße - und sein mutmaßlicher Komplize R. sollen am frühen Morgen des 11. Oktobers 2015 an bis zu vier verschiedenen Stellen in der Pfaffengrunder Unterkunft Feuer gelegt und anschließend versucht haben, einen Motoroller im Hof anzuzünden. Verletzt wurde dabei glücklicherweise keiner der Anwohner, da die Brände rechtzeitig bemerkt und bekämpft wurden.

Versuchte schwere Brandstiftung an Flüchtlingsunterkunft

R. hatte zum Tatzeitpunkt 0,9 Promille, sein zwei Jahre älterer Bekannter 1,2 Promille. Die beiden Männer hatten sich am Abend des 10. Oktober in der Wohnung eines Freundes von M. in der Henkel-Teroson-Straße eingefunden. Dort hatten sie bereits eine Flasche Whiskey intus, die sie bei einem vorherigen Zwischenhalt bei drei weiteren Freunden mit diesen getrunken hatten. In der Wohnung in der Pfaffengrunder Unterkunft haben sie dann wiederum mit zwei anderen Freunden erneut eine Flasche Whiskey getrunken, ehe R. und M. in Richtung Innenstadt weiterziehen wollten. Doch an das, was danach geschah, will sich M. nicht mehr erinnern können. 

Der 25-Jährige, der 2011 aus Pakistan nach Deutschland gekommen war und nun eine bis 2017 befristete Aufenthaltsgenehmigung genießt, gibt an, in die Bundesrepublik gekommen zu sein, um hier ein gutes Leben zu führen: „Ich war sehr betrunken an diesem Abend und wollte niemandem Schaden zufügen. Ich habe erst später von der Polizei erfahren, was passiert sein soll. Ich entschuldige mich und schäme mich für die Tat.“ Seine Erinnerung setzte laut eigenen Aussagen erst wieder ein, als er und R. von einem Bewohner der Unterkunft verfolgt wurde. R. versucht zunächst, M. zu schützen, will nichts gesehen haben. 

Wende nach Prozessunterbrechung

Doch nach einer durch den Strafverteidiger einberufenen Pause plötzlich der Sinneswandel: R. gibt an, dass M. mit einem Feuerzeug an insgesamt vier Stellen in der Unterkunft jeweils zwei Wäscheständer und Kinderwagen angezündet habe. Im Hof habe er schließlich versucht, den Sitz eines Motorrollers in Brand zu setzen. 

Ein 31 Jahre alter Bewohner der Unterkunft, der zum Tatzeitpunkt gegen 1:45 Uhr in einer Küche gebetet hatte, ist durch die Rauchentwicklung auf die beiden Tatverdächtigen aufmerksam geworden und hat sich an ihre Fersen gesetzt, nachdem sie die Flucht ergriffen hatten. Im Verlauf der Verfolgung schafft er es, R. in der Nähe des Tatortes festzuhalten. Mit dem Handy eines Freunde hat er schließlich die Polizei kontaktiert. Bis zum Eintreffen der Beamten ist auch M. zum Ort des Geschehens zurückgekehrt. Der 31-jährige Zeuge konnten die beiden Angeklagten am ersten Prozesstag zweifelsfrei identifizieren.

Beim Fortsetzungstermin am Montag, 21. März, wird das Urteil erwartet. Im Falle einer Verurteilung droht den beiden Tatverdächtigen eine mehrjährige Haftstrafe.

dpa/sag/rob

Quelle: Heidelberg24

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

Fotos: Brand in Mehrfamilienhaus – ein Toter

Fotos: Brand in Mehrfamilienhaus – ein Toter

Kommentare