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Bürgerforum Südstadt

1.400 neue Wohnungen

Konversion in der Südstadt – Zimmer in Aussicht

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  • Jürgen Brückmann
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Heidelberg - 1.400 neue Wohnungen in der Südstadt – doch wie soll das Leben entlang der Römerstraße in Zukunft aussehen? Diese und andere spannende Fragen wurden beim Bürgerforum im Helmholtz-Gymnasium besprochen.

Mehr als 200 Heidelberger Bürger im Helmholtz-Gymnasium bei der 6. Ausgabe des Bürgerforums Südstadt – es gilt, den Entwurf eines städtebaulichen Gesamtkonzepts für den Teilbereich zwischen Rheinstraße und Feuerbachstraße zu diskutieren und weiterführende Ideen einzubringen. Grundlage dafür sind die Ideen der Städteplaner von Teleinternetcafe, Berlin und TH Landschaftsarchitektur aus Hamburg zum Teilbereich Mark Twain Village Nord, die von einer Jury im Dezember 2014 zur Weiterbearbeitung empfohlen wurden.

Konversion in der Südstadt –  Zimmer in Aussicht

Von den Bürgern schon seit längerer Zeit gefordert: der persönliche Auftritt von Vertretern des „Bündnis für Konversionsflächen“, einem Zusammenschluss genossenschaftlicher Wohnungsbauunternehmen und zwei Volksbanken. Es hat sich verpflichtet, im Gesamtbereich Mark Twain Village in den nächsten sechs Jahren ca. 1.400 Wohneinheiten zu schaffen, was einer Investitionssumme von insgesamt ca. 300 Millionen Euro entsprechen soll. Rainer Böttcher, Vorstand der Flüwo e.G., erläuterte die Kernpunkte des Bündnis´: „40% des neuen Wohnungsraums besitzt eine Mietpreisbindung von unter 8 Euro pro Quadratmeter, ein Drittel davon soll gar zu Preisen von 5,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. 30 % wird in sozial förderbares Wohneigentum umgewandelt. Weitere 30% der geplanten Wohnungen gehen in den freien Markt.“

Noch in diesem Jahr sollen erste Wohnungen soweit saniert sein, dass neue Südstädtler einziehen können – in bestehende Gebäude aus der Nutzung des US-Militärs. Dabei handelt es sich vor allem um 5-Zimmer-Wohnungen mit über 100 Quadratmetern für große Familien. Der Markt sieht aber anders aus, denn gerade kleine Wohnungen für Singles und Paare sowie 3- oder 4-Zimmerwohnungen für Familien sind in Heidelberg besonders nachgefragt. Ebenso für neue bzw. alternative Wohnprojekte. „Hier müssen wir Angebote schaffen“, so Böttcher.

Der Teilbereich Mark Twain Village Nord von der Rheinstraße aus, wo u.a. ein Stadtteilzentrum mit Nahversorgung, Arztpraxen entstehen wird, bis zur Feuerbachstraße soll laut dem Entwurf in U-förmigen Riegeln mit Schallschutz zur Römerstraße mit begrünten Innenhöfen bebaut werden - mit vier bis fünf Stockwerken. Alle Wohnformen werden gemischt; gerne auch mit Einzelhandel im Erdgeschoss zur Römerstraße – auch das wird seitens der Bürger beim Forum mehrheitlich gewünscht. Und alle Bäume sollen stehen bleiben – was schwierig werden kann. „Noch haben wir nicht alle 1.700 Bäume in der gesamten Südstadt untersuchen können, die unter der Verantwortung des US-Militärs standen“, sagte Dr. Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamts Heidelberg gegenüber HEIDELBERG24.

Stadtplaner Thorsten Erl findet den Entwurf „klasse, weil er Stadtidentität stiftet, den öffentlichen Raum belebt, den Bürgerpark westlich der Römerstraße mit einbezieht und die vielen Wünsche der Bürger aus den Bürgerforen bis hin zum Masterplan berücksichtigt“, wie er HEIDELBERG24 mitteilte. Und Christoph Nestor, Geschäftsführer des Mietervereins Heidelberg, sieht den „Gesamtprozess auf einem guten Weg. Ich kann mir vorstellen, dass damit Nachbarschaft gut funktioniert.“ Und so richtig spannend werde es erst, denn „jetzt geht es an die Detailfragen“, so Nestor.

Noch vor der Sommerpause ist das nächste Bürgerforum geplant.

jbr

Quelle: Heidelberg24

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