+
Günstiger Wohnraum wird in Zukunft immer wichtiger – nicht zuletzt für Geflüchtete aus Kriegsgebieten (Symbolfoto).

Architekturexperte Franz Pesch

Wohnraum für Flüchtlinge: Experte fordert Umdenken!

  • schließen

Heidelberg – Damit Flüchtlinge nicht langfristig in Notunterkünften und Kasernengebäuden untergebracht werden, braucht es Innovationen – zumindest wenn es nach dem Heidelberger Architekten Franz Pesch geht.

Gebraucht würden frische Ideen, mahnt der Architekturexperte Franz Pesch beim Heidelberger Städtetagskongress zur Flüchtlingshilfe am Dienstag. 

„Die erste Innovation braucht man im Bereich der Finanzierung, die zweite bei der Planung und Umsetzung“, sagt er. Flüchtlinge in ausgedienten Militärgebäuden unterzubringen, könne nur eine kurzfristige Lösung sein.

Migranten mit einbeziehen

Franz Pesch schlägt vor, Flüchtlingen in ihren Unterkünften eine Selbstbauzone frei zu lassen.

Er schlägt zum Beispiel vor, Flüchtlinge beim Bau ihrer Wohnungen mit einzubeziehen.„Eine Möglichkeit sind halb fertige Gebäude, die Bewohner selbst weiterbauen, wenn sie das Geld dazu haben.“ Sie könnten etwa später einen zusätzlichen Raum anbauen.„Man könnte eine fünf Meter lange Selbstbauzone freilassen im rückwärtigen Bereich des Hauses“, so Pesch.

Eine andere Möglichkeit wäre es seiner Ansicht nach, öfter auf Fertighauskultur zu setzen: preiswerte industrielle Fertigung. „Das wird im öffentlichen Wohnungsbau noch zu selten gemacht“, findet der Stadtplaner. „Um Kosten zu senken, wäre das sicherlich gut.“ Die Bauzeit wäre kürzer, die Zinsen dadurch niedriger. Die architektonische Qualität leide darunter nicht, betont der Experte: „Wir reden da durchaus von Architektur.“ 

Fertighäuser vs. Sozialer Wohnungsbau

„Architektur heißt nicht, dass das Haus teuer sein muss.“ Es gehe viel um Innovationskraft und Fantasie. „Einfache Häuser können natürlich keine besonders aufwendigen Portale haben. Sie leben aus ihrer Proportion, Architektursprache und Wohnumfeldqualität.“ 

Viele Konzepte gelten Pesch zufolge nicht nur für Flüchtlinge. „Sie sind ja nicht die einzigen, die günstigen Wohnraum suchen - wir werden davon sehr viel brauchen.“

dpa/sag

Quelle: Heidelberg24

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

Fotos: Brand in Mehrfamilienhaus – ein Toter

Fotos: Brand in Mehrfamilienhaus – ein Toter

Kommentare