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Die „Spinning Barrels“ im Holiday Park.

Prozess nach tödlichem Unfall

Holiday Park: War Schalter an Unglückskarussell kaputt?

Haßloch – Nach dem schrecklichen Unfall einer Elfjährigen im Holiday Park 2015 wird vor Gericht weiter nach den Ursachen gesucht. Am Dienstag steht im Prozess Aussage gegen Aussage.

Der Schalter, der über den Zustand der Eingangstür zu dem Karussell informiere, sei kaputt gewesen, sagt ein Elektrotechniker am Dienstag vor dem Amtsgericht in Neustadt aus. Das habe sein Vorgesetzter ihm berichtet.

Infolgedessen habe das Fahrgeschäft auch in einem Zustand starten können, in dem es eigentlich nicht hätte starten dürfen - nämlich mit offener Tür

„Wenn der (Schalter, Anm. d. Redaktion) sagt: die Tür ist zu, obwohl sie offensteht, ist ein Start möglich“, sagte der 61-Jährige. Dass der Defekt bei gewaltsamen Tests von Gutachter und Polizei an der Türe entstand, schloss er aus. Er wehrt sich vor Gericht gegen seine fristlose Kündigung. Die Kündigung habe mit dem Verfahren nichts zu tun, sagt er.

Aussage gegen Aussage

Bislang gibt es unterschiedliche Angaben zum Zustand der Tür: Die Mutter des getöteten Mädchens aus Kelsterbach bei Frankfurt sagt, die Tür sei offen gewesen, als sie das Karussell mit ihrem Kind betrat. Das hätte zu diesem Zeitpunkt - kurz vor dem Start - aber nicht mehr sein dürfen. Der ehemalige Bediener sagt dagegen, sie sei geschlossen gewesen. Er und zwei andere Männer sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die Elfjährige war am 15. August 2014 in dem Fahrgeschäft Spinning Barrels (Drehende Fässer) gestürzt und überrollt worden (WIR BERICHTETEN).

>>> SO BERICHTETE LUDWIGSHAFEN24 über den tödlichen Unfall

Im Unterschied zu dem 61-Jährigen sagt der technische Leiter des Parks aus, nach dem Unfall sei nichts mehr an dem Fahrgeschäft gemacht worden, weil die Polizei das strikt verboten habe. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Alexander Melahn, ob er über den internen Test nicht informiert worden sei, sagte er: „Ich kann nicht überall sein.“ Nach dem Unfall hätte nicht am Karussell gearbeitet werden dürfen, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch kein Siegel der Staatsanwaltschaft darauf geklebt habe, sagte der Vorsitzende Richter. „Es ist höchst bedenklich, dass so etwas gemacht wird.“

sag/dpa

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