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Die Polizei fahndet jetzt auch öffentlich nach dem entflohenen Mörder Sascha B. (Symbolfoto).

Mörder auf der Flucht

Jetzt doch öffentliche Fahndung nach Sascha B.! 

Frankenthal/Diez - Jetzt also doch: Zunächst sahen Staatsanwaltschaft und Polizei von einer öffentlich Fahndung nach dem entflohenen Mörder Sascha B. ab. Das ändert sich jetzt:

>>> Erneut Häftling bei Limburg geflohen!

Nach der Flucht eines verurteilten Mörders bei einem begleiteten Freigang wird nun doch öffentlich nach dem Mann gefahndet. 

Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) begründete am Donnerstagabend die geänderte Vorgehensweise der Behörden in der SWR-Sendung „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ damit, dass „dermaßen viele alte Bilder kursieren, die überhaupt nicht mehr das Aussehen wiedergeben, wie es heute ist. Das ist jetzt geändert, damit wenigstens ein aktuelles Bild in Umlauf ist.

Die Flucht des verurteilten Mörders und Vergewaltigers und der Verzicht auf eine öffentliche Fahndung hatten für Diskussionen gesorgt. Bereits am Dienstag vergangener Woche war der 47-Jährige, der in der Justizvollzugsanstalt Diez einsaß, im Stadtgebiet von Limburg entwischt. Erst rund eine Woche später kam der Fall ans Licht (WIR BERICHTETEN).

„Ermittlungen im Umfeld“

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Polizei hatten nach der Flucht von Sascha B. am 7. Juni zunächst von einer Öffentlichkeitsfahndung abgesehen (WIR BERICHTETEN), auch „um die Ermittlungen im Umfeld des Verurteilten möglichst unbemerkt und effektiv durchführen zu können“, wie der Leitende Staatsanwalt Hubert Ströber jetzt mitteilt. Diese Maßnahme sei durch einen ohne Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft erfolgten Zeitungsbericht über die Flucht des Verurteilten vereitelt worden. 

Zudem seien die im Umlauf befindlichen Fotos von B. „kontraproduktiv, weil der Verurteilte inzwischen erheblich anders aussieht“, so die Staatsanwaltschaft weiter. Es bestehe die Gefahr, „dass unbeteiligte Dritte in die laufenden Ermittlungen hineingezogen werden und dass die Bearbeitung unbrauchbarer Hinweise unnötig Kapazitäten der Ermittler bindet, welche für die eingesetzten spezifischen Instrumente dringend benötigt werden.“ 

Um den Fahndungserfolg nicht zu gefährden, könnten weiterhin keine Auskünfte über Einzelheiten der Fahndung und den Stand der Ermittlungen gegeben werden.

>>> Ein Kriminologe geht davon aus, dass Sascha B. bald gefasst wird.

CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner drängt auf Aufklärung im Rechtsausschuss des Landtags. „Entweder gilt das, was vorher gesagt worden ist“, sagte Klöckner über die Gründe der Ermittler für eine nicht öffentliche Fahndung. „Dann müsste das auch jetzt noch gelten. Oder es war ein Fehler, dass man keine öffentliche Fahndung ausgeschrieben hat.“

Hintergrund

Am 15. Mai 1995 bringt Sascha B. seine Bekannte Margot N. (46) in ihrer Wohnung in Oggersheim um. Erst drei Jahre danach wird der heute 47-Jährige nach einer versuchten Vergewaltigung geschnappt, 1998 vom Frankenthaler Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Seit Anfang 2000 saß Sascha B. in der JVA Diez ein. Am Dienstag, 7. Juni, haut der verurteilte Mörder und Vergewaltiger während eines Begleitungsausgangs im Limburger Stadtgebiet ab und ist seitdem auf der Flucht. Ans Licht kam die Flucht aber erst nach einem Bericht der BILD-Zeitung – fast eine Woche später.

>>> Fahndungsfoto: SO sieht der flüchtige Vergewaltiger und Frauenmörder Sascha B. heute aus!

dpa/StA/rmx

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