+
Wenn der gefasste Frauenmörder in die JVA Diez zurückkehrt, kann er erst einmal keine Freigänge mehr einplanen. (Symbolfoto)

Konsequenzen der Flucht

Das erwartet den gefassten Mörder (47) jetzt! 

Frankenthal/Diez - Noch ist der in Brüssel gefasste Mörder aus der JVA Diez in Belgien. Wenn er zurückkommt, kann er erst einmal keine Freigänge mehr einplanen. Was ihn noch erwartet:

Der nach fast zweimonatiger Flucht gefasste Frauenmörder befindet sich nach seiner Festnahme in Brüssel noch in Belgien. Das sagt der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Kai Hempelmann, am Mittwoch. Derzeit werde der 47-Jährige dort vernommen. In etwa zwei Wochen wird er an Deutschland ausgeliefert.

In Wohnung eines Bekannten geschnappt

Hempelmann bestätigt auch Angaben der Tageszeitung ‚Die Rheinpfalz‘, wonach der Mann in Brüssel in der Wohnung einer Bekannten gefasst wurde. Noch nicht bestätigen konnte er Informationen des Blattes, dass die Fahnder dem Mann über dessen Facebook-Account auf die Spur gekommen seien. An der Festnahme seien nur belgische Beamte beteiligt gewesen, deren Unterlagen habe man noch nicht, sagte er. „Erkenntnisse für eine Straftat während seiner Flucht haben wir nicht", ergänzte der Oberstaatsanwalt. Bei 500 Euro, die bei dem Mann gefunden worden waren, handele es sich um selbst verdientes Geld. Beim Landeskriminalamt (LKA) in Mainz waren keine Details zur Festnahme zu erfahren.

Konsequenzen der Flucht

Bestraft wird der Mann für seine Flucht nicht – zumindest nicht im juristischen Sinne. Das deutsche Recht sehe keine Sanktionen vor, wenn sich jemand dem Gefängnis entziehe, sagte der Leitende Direktor der JVA Diez, Josef Maldener. Konsequenzen hat die Flucht dennoch. „All die Lockerungen, die er hatte, die sind weg", so der Anstaltschef. Das betrifft zum Beispiel Freigänge. Außerdem kommt der 47-Jährige, der sich zuletzt auf seiner Station frei bewegen durfte, wieder in die Zelle beziehungsweise in den geschlossenen Vollzug.

„Dann muss man mal gucken, wie er sich entwickelt.“ Wie lange er noch ‚brummen‘ muss, ist unklar. „Seine Legal- und Sozialprognose hat sich massiv verschlechtert", sagte Maldener.

Hintergrund

Sascha B., der 1995 in Ludwigshafen eine Frau erstochen hat, flieht am 7. Juni bei einem begleiteten Freigang im hessischen Limburg und war seitdem verschwunden. (WIR BERICHTETEN)

Erst eine Woche nach der Flucht wird die Bevölkerung über den Vorfall informiert. Staatsanwaltschaft und Ermittler geraten wegen ihrer Entscheidung in die Kritik, zunächst keine öffentliche Fahndung nach dem 47-Jährigen einzuleiten.

Am Dienstag klicken – nach fast zweimonatiger Fahndung – in der belgischen Hauptstadt die Handschellen. 

dpa/kab

Mehr zum Thema

Weihnachtsmarkt verzaubert Schwetzinger Schlosshof

Weihnachtsmarkt verzaubert Schwetzinger Schlosshof

Erster Foodtruck-Weihnachtsmarkt auf dem Messplatz

Erster Foodtruck-Weihnachtsmarkt auf dem Messplatz

Das zünftige Richtfest beim Luxor-Filmpalast

Das zünftige Richtfest beim Luxor-Filmpalast

Kommentare