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Über das Schicksal von Oscar Pistorius wird am Mittwoch in Pretoria entschieden.

Urteilsverkündung am Mittwoch

Oscar Pistorius: Gericht entscheidet über sein Schicksal

Pretoria - Am Mittwoch wird in Pretoria das mit großer Spannung erwartete Strafmaß für den ehemaligen Sprint-Star Oscar Pistorius verkündet. Der 29-Jährige erschoss im Jahr 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp.

Muss Oscar Pistorius zurück ins Gefängnis? Und wenn ja, für wie lange? Ein Gericht in Südafrikas Hauptstadt Pretoria verkündet am Mittwoch das Strafmaß für den früheren Sprint-Star, der wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen wurde. Dem 29-Jährigen drohen 15 Jahre Haft.

Der unterschenkelamputierte Sportler hatte seine Freundin im Februar 2013 durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses in Pretoria erschossen. Pistorius beteuerte stets, Steenkamp für einen Einbrecher gehalten und in Panik geschossen zu haben.

In erster Instanz wurde er im Oktober 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Dezember kam ein Berufungsgericht aber zu dem Urteil, dass Pistorius mit "krimineller Absicht" gehandelt habe, und sprach ihn des Mordes schuldig. Eine Beschwerde des Sportlers gegen dieses Urteil wurde im März vom Verfassungsgericht zurückgewiesen.

Rechtsanwalt rechnet nicht mit 15-jähriger Haftstrafe

Die Entscheidung über das Schicksal des 29-Jährigen wird am Mittwoch Thokozile Masipa fällen - dieselbe Richterin, die Pistorius in erster Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt hatte. Legt sie das Gesetz streng aus, kann sie Pistorius wegen Mordes für 15 Jahre oder länger ins Gefängnis schicken. Nach Einschätzung des Rechtsanwalts Ulrich Roux, der den Prozess genau verfolgte, dürfte das Strafmaß jedoch geringer ausfallen.

"Ich glaube nicht, dass er 15 Jahre kriegt", sagte Roux der Nachrichtenagentur AFP. "Seine persönlichen Umstände und die Behinderung werden berücksichtigt werden." Es sei auch möglich, dass ein Teil des Strafmaßes auf Bewährung ausgesetzt werde.

Pistorius war im Oktober - nur ein Jahr nach seiner Verurteilung - aus dem Gefängnis entlassen worden. Unter strengen Auflagen lebte er unter Hausarrest bei einem Onkel. Auch nach der Einstufung der Tat als Mord blieb er auf freiem Fuß. Für die Entscheidung über das Strafmaß wurden in einem verkürzten Verfahren in den vergangenen Wochen nochmals Anklage und Verteidigung sowie Zeugen beider Seiten angehört.

Pistorius ein "gebrochener Mann"

Pistorius' Anwalt Barry Roux warb dabei noch einmal nachdrücklich für Milde: Er schilderte Pistorius als einen "gebrochenen Mann", der für seine Tat bereits schwer bestraft worden sei. "Er hat seine Zukunft verloren", sagte der Verteidiger, demzufolge Pistorius unter Depressionen leidet. Pistorius habe "körperlich", sozial und finanziell bezahlt, argumentierte Roux. Um die Verletzlichkeit seines Mandanten zu demonstrieren, ließ er Pistorius Mitte Juni ohne Beinprothesen durch den Gerichtssaal humpeln.

Staatsanwalt Gerrie Nel drang in seinem Schlussplädoyer erneut auf eine strenge Auslegung des Strafrechts, also eine Haftstrafe von mindestens 15 Jahren. Pistorius habe nicht nur einmal geschossen, sondern viermal, hob Nel hervor. Dafür habe er keine akzeptable Begründung geliefert. Steenkamps 73-jähriger Vater Barry brach zusammen, als er im Juni vor Gericht forderte, Pistorius müsse "für sein Verbrechen bezahlen".

Pistorius-Prozess: Aufsehenerregender Showdown - Bilder

Die Verkündung des Strafmaßes muss noch nicht das Ende des Justizdramas um den einst gefeierten Olympia-Champion sein, dem im Alter von elf Monaten beide Unterschenkel amputiert wurden und der trotzdem bei den Olympischen Spielen in London 2012 als erster Behindertensportler gegen gesunde Athleten antrat. Sowohl Pistorius als auch die Staatsanwaltschaft können noch ein letztes Mal in Berufung gehen.

Sollte Pistorius am Mittwoch ins Gefängnis geschickt werden, dürfte er in den Krankentrakt des Kgosi-Mampuru-Gefängnisses von Pretoria zurückkehren - getrennt von anderen Häftlingen.

AFP

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