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Geschäftsführer Alfred Dänzer (66) und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Frederik Wenz (48) vom Uniklinikum Mannheim stellen sich kritischen Fragen.

Hygiene-Skandal an Uni-Klinik

Klinik-Chef: „Kein Patient zu Schaden gekommen!“

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Mannheim - Der Hygiene-Skandal am renommierten Uniklinikum Mannheim. Jetzt haben der Geschäftsführer und der Ärztliche Direktor öffentlich Stellung genommen. Erklärungsversuche.  

Die Experten des Regierungspräsidiums Karlsruhe kamen unangekündigt und bemängelten die Hygiene von OP-Instrumenten an der Uni-Klinik Mannheim (MANNHEIM24 berichtete).

Das Kontrollgremium des Krankenhauses hatte der Quadratestadt am gestrigen Mittwoch erneut einen ‚Besuch' abgestattet – und wurde wieder fündig.

Folge: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft, die prompt nur Stunden später OP-Besteck beschlagnahmte!

Deshalb stellten sich Klinik-Geschäftsführer Alfred Dänzer (66) und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Frederik Wenz (48) am heutigen Donnerstag den kritischen Fragen der Presse.

MANNHEIM24 war natürlich dabei!

Kernaussage Dänzers: Kein Patient sei „durch die festgestellten Unzulänglichkeiten zu Schaden gekommen“. Daher sei auch keine Patientenakte beschlagnahmt worden.

„Diese Unzulänglichkeiten müssen wir akzeptieren und bereinigen. Wir bedauern diese Entwicklung zutiefst“, so der sichtlich angeschlagene Klinik-Chef.

Der Klinik sei ein Schaden bezüglich Image und dem Vertrauen der Patienten entstanden, „der uns berührt“, so Dänzer weiter.

„Wir nehmen die Beanstandungen enorm ernst! Das Thema Hygiene hat bei allen Mitarbeiter höchste Priorität. Aufgrund einer gewissen Verunsicherung wird jeder Handgriff derzeit doppelt überprüft. Die durchgeführten OPs finden mit maximaler Sicherheit für die Patienten statt“, versichert der Ärztliche Direktor.

Uni-Klinik Mannheim nimmt Stellung zu Hygiene-Skandal

Worum geht´s eigentlich?

Aufgrund eines anonymen Hinweises ging das Regierungspräsidium der Sache nach, bemängelte nach einer Begehung in Orthopädie und Unfallchirurgie am 1. Oktober die Reinigungsgeräte der OP-Instrumente.

Ähnlich wie in einer Spülmaschine werden Skalpelle, Klemmen, Zangen etc. nach jeder OP von Geweberesten und Blut gereinigt: 40 Prozent davon dezentral direkt an die OP-Säle angegliedert – die restlichen 60 Prozent werden zentral in entsprechenden Maschinen im Keller sterilisiert.

Wie Dänzer jetzt bestätigte, habe man alle 20 ‚OP-Spülmaschinen‘ bis auf weiteres abgeschaltet, deren Prüfplaketten abgelaufen waren.

Auch werden bei den Operationen seit 1. Oktober keine Instrumente verwendet, die in den betroffenen Spülmaschinen gereinigt wurden.  

Weiteres Problem: In der Uni-Klinik war man sich nicht im Klaren, dass das Regierungspräsidium nur examiniertes Pflegepersonal als fachlich geeignet akzeptiert, das seine Weiterbildung nach 2011 absolviert hat.

Das Personal der Uni-Klinik werde in jeweils 40-stündigen Einheiten nachgeschult.

Der wirtschaftliche Schaden für die Klinik sei derzeit nicht zu beziffern. Bis mindestens Ende nächster Woche (Kalenderwoche 43) müsse ein eingeschränktes OP-Pensum gefahren werden – mit 30 statt 60 OPs an Werktagen.

Wichtig ist allen Klinik-Verantwortlichen, schnell wieder in der Bevölkerung verspieltes Vertrauen zurückzugewinnen...

pek

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