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Entscheidung am Verwaltungsgerichtshof

Chinesischer Junge muss als Flüchtling anerkannt werden

Mannheim - Ein chinesisches Paar fürchtet wegen der strengen Familienpolitik Pekings Diskriminierung für sein viertes Kind. Es zieht vor Gericht - und erzielt einen Erfolg, der bundesweit von. Bedeutung sein wird.

In China gab es lange Zeit eine Ein-Kind-Politik, seit Anfang 2016 dürfen chinesische Paare zwei Kinder haben. Die Eltern eines einjährigen Jungen - ihr vierter Sprössling - war vor Gericht gezogen, weil sie gesellschaftliche Diskriminierung fürchteten (WIR BERICHTETEN).

Nun die das Urteil am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss den Jungen als Flüchtling anerkennen!

Der Anwalt der Familie aus Bruchsal hatte am Rande der Verhandlung gesagt, die Eltern könnten ihrem Sohn in ihrer Heimat keine Zukunft bieten. „In China würde er nicht registriert werden, könnte nicht in die Schule und bekäme keine Sozialleistungen. Er wäre ausgegrenzt von jeder Förderung der Entwicklung.“ 

Außerdem müssten die Eltern mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Die Familie lebe mit der Angst, nach China abgeschoben zu werden. Das Paar und das erste und zweite Kind haben in Deutschland den Status der Duldung. Für das dritte und vierte Kind der beiden Chinesen galt bislang subsidiärer Schutz. Dieser wird Menschen zugestanden, die in ihrer Heimat zwar nicht individuell verfolgt werden, aber dennoch wegen Gefahr für Leib und Leben vorläufig in Deutschland bleiben dürfen.

Das unverheiratete Paar lernte sich in Deutschland kennen und bekam alle vier Kinder hier.

dpa/rob

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