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Emma (Katja Riemann) hat in der ersten Folge der Filmreihe einen gefährlichen Anrufer in der Leitung.

Katja Riemann im Interview

Riemann über neuen Film: „Die Rolle ist mir sehr nah“

Mannheim/Stuttgart – In der neuen ARD-Reihe „Emma nach Mitternacht“ spielt Katja Riemann eine kesse Radiopsychologin. Was sie zu ihrer Rolle und dem Thema sagt:

Kult-Schauspielerin Katja Riemann (52) als furchtlose Radiomoderatorin in Mannheim!

Zum Start der Filmreihe am 18. Mai um 20:15 Uhr gibt es die Folge„Der Wolf und die sieben Geiseln“ um einen psychopathischen Anrufer, der in einer Mannheimer Tankstelle unschuldige Menschen als Geiseln nimmt.

Einblicke in Riemann-Krimi „Der Wolf und die sieben Geiseln“

Frage: In „Emma nach Mitternacht“ gibt es allem Anschein nach eine ganz typische Katja Riemann. Sie spielen eine Frau mit Geheimnissen. Wie viel ist da von Ihnen drin?

Katja Riemann: „Die Rolle ist mir sehr nah. Emma ist in der Tat eine Frau mit vielen Geheimnissen. Es ist nicht ganz eindeutig, mit welcher Person wir es zu tun haben. Emma hat zwar Psychologie studiert, aber nicht praktiziert. In den vergangenen 15 Jahren hat sie nicht in Deutschland gelebt. Sie hat einen Erlebnisschatz, aus dem sie schöpfen kann - und eine Kombination aus Humor und aus der Freiheit, am Rande der Gesellschaft zu leben. Das war der Grund, die Rolle zu übernehmen. Und ich habe ja noch nie eine Reihe gemacht im Fernsehen.“

Die erste Folge sieht auch ein bisschen aus wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Beruf des Seelenklempners, es gibt da eine Radiopsychologin, die dem Suff verfällt. Kummertelefon kritisch?

„Seelenklempner finde ich einen sehr traurigen Ausdruck. Wir sind ja leider in Deutschland noch nicht da, wie man es in Amerika bereits ist, wo es viel selbstverständlicher ist, zu einem Psychotherapeuten zu gehen. Das ist so wie Wellness - quasi. Da gibt es nicht so wahnsinnige Berührungsängste. Oder das Gefühl, dass man mit einem Makel behaftet ist, wenn man jemanden aufsucht, weil man nicht zurechtkommt. Daher kommt vielleicht dieser Begriff des Seelenklempners. Aber ich glaube, die Emma steht nicht für den Begriff.“

Wie finden Sie das selbst, sich am Telefon zu offenbaren, innerste Gefühle mit der Welt zu teilen - so zur Unterhaltung für alle gewissermaßen?

„Den Gedanken hatte ich noch gar nicht, dass das Unterhaltung ist. Ich dachte tatsächlich, dass die Idee hinter einer solchen Radioshow - jetzt mal abseits von unserem Film - eigentlich die ist, dass jemand anruft - und die anderen hören zu. Ich sehe das als Lebenshilfe, die jemand bekommt, und dass die Zuhörer für sich auch etwas mitnehmen von so einer Sendung.“

Der Film zum Start heißt „Der Wolf und die sieben Geiseln“. Es gibt intensives Spiel mit Ben Becker, der als Geiselnehmer ein ungewöhnliches Motiv hat. Fanden Sie das selbst realistisch?

„Naja, es gibt viele Dinge, die nicht nachvollziehbar sind. Jetzt mal ganz im Ernst. Ich finde, dass Realismus überhaupt kein Maßstab sein muss für filmisches Schaffen oder überhaupt für künstlerische Prozesse. Kann es sein, muss es aber nicht. Man kann sich auch fragen, ob einen die Realität inspiriert oder langweilt. Es gibt ja auch Situationen und Zustände, die real sind, über die kaum einer redet, weil sie unbekannt sind, weil man sie kaum denken oder vorstellen kann - zum Beispiel die kriegsinstrumentalisierenden Vergewaltigungen im Kongo. Es gibt alles. Nicht nur unsere Realität ist real und der Maßstab.“

Und der Geiselnehmer mit sieben Geiseln in einer Tankstelle in Mannheim?

„Dass er selbst kaputt ist und sich das nicht eingestehen kann, das ist ja das psychologisch Interessante. Und da ist ja quasi die Trüffelnase von Emma, die da was spürt. Es ist ihre Intuition, mit der sie ihn provoziert, um von ihm letztlich eine Reaktion zu kriegen und eine Erkenntnis zu gewinnen über seine Verfassung.“

Emma ist als Reihe angelegt. Wie geht es weiter?

„Wir haben viele Ideen für das Entdecken der Figur Emma und ihrer Vergangenheit, ihrer Geheimnisse. Ich stehe zur Verfügung vielleicht auch als Hauptaufgabe mal für zwei, drei Jahre. Aber es ist ein bisschen zermürbend, nicht zu wissen, wie und ob es überhaupt weiter geht. Wie reden hier vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das das am Ende bestimmt.“

dpa

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