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Für die Mitarbeiter der Sperrmüllkolonne gibt es in Mannheim viel zu tun.

9.000 Tonnen jährlich

Sex-Toys und Sofas: Die Sperrmüll-Kolonne im Einsatz

Mannheim - Egal ob Opas alter Nachttisch, ausgediente Matratzen oder Schrott jeglicher Art: Die Mannheimer Sperrmüll-Kolonne holt seit 2009 alles auf Abruf direkt vor der Haustür ab.

Seit der Einführung des Sperrmülls auf Abruf im Jahr 2009 hat sich in Mannheim einiges verändert. Trotz des höheren Planungsaufwands ist das Projekt ein voller Erfolg. Der Service ist bürgerfreundlicher und auch die Arbeitssicherheit für die Männer der Sperrmüllkolonne hat sich verbessert.
„Neben all dem normalen Sperrmüll finden wir schon kuriose Dinge wie Sexspielzeug oder volle Kühlschränke“, so Mike Lünenschloß. Der Mitarbeiter der Abfallwirtschaft ist schon seit 2006 im Unternehmen und hat schon allerlei erlebt. Er und seine Kollegen steuern pro Tag rund 40 Adressen an, um Ausrangiertes jeglicher Art abzuholen. 

Sperrmüll: 60 Tonnen wilde Ablagerungen

Die Abholtermine müssen im Vorfeld über die Telefonnummer 115, per E-Mail oder Fax angemeldet werden. Nach zwei bis drei Wochen rücken dann die Jungs um Lühnenschloß zur Abholung an. Wilde Ablagerungen machen der Sperrmüll-Kolonne aber Probleme, da der Terminplan eng getaktet ist und auch die Müllautos nicht mehr als zehn Tonnen transportieren können.

‚Sperrmüll-Sünder‘ erschweren Arbeit

"Wilder Sperrmüll" im Jungbusch

Eine wilde Ablagerung liegt vor, wenn man Gegenstände wie beispielsweise Restmüll, Papier, Glas und Grünschnitt vor die Haustür legt. Bauschutt und Altholz zählt man auch nicht unter Sperrmüll. 

„Ansonsten nehmen wir fast alles außer der Schwiegermutter mit“, scherzt Dr. Stefan Klockow. „Viele verstehen unser einfaches Sperrmüll-System immer noch nicht“, so der Eigenbetriebsleiter der Abfallwirtschaft Mannheim. Deshalb gibt es für Stadtteile mit hohem Müllaufkommen wie beispielsweise dem Jungbusch auch Flyer auf mehreren Sprachen. Zum Thema „Sperrmüll“ gibt es sogar ganze Plakatkampagnen.

32.000 Aufträge pro Jahr

Jeder Mannheimer darf im Jahr acht Kubikmeter, das entspricht rund 30 Kilogramm, Sperrmüll abholen lassen. Wird diese Menge überschritten, fällt eine Mehrmengen-Gebühr von 17 Euro pro Kubikmeter an. Klockow verweist aber auch darauf, dass noch nutzbare Gegenstände auch gerne im Tausch- und Verschenke-Markt der Abfallwirtschaft eingestellt werden können. 

Insgesamt fahren täglich vier Teams, bei Bedarf auch fünf, um die 32.000 jährlich anfallenden Aufträge bewältigen zu können. Der Eigenbetriebsleiter der Abfallwirtschaft stellt zudem fest, dass trotz der Abholung auf Abruf immer noch genauso viele ausrangierten Dinge auf die beiden Recyclinghöfe in Morchhof (Neckarau) und den ABG Recyclinghof auf der Friesenheimer Insel gebracht werden. Aufgrund dieser Situation ist man in Gesprächen bezüglich eines weiteren Standorts für einen Recyclinghof auf dem ehemaligen US-Gelände Taylor Barracks.

eep

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