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Haussperlinge nisten gerne in Regenrinnen. Wer sie auf seiner Baustelle entdeckt, sollte das Nest nicht einfach entfernen!

Stadt Mannheim informiert

Geschützte Tierarten am Bau: So verhältst Du Dich richtig!

Mannheim – Wer baut oder saniert trifft oft auf unbemerkte ‚Bewohner‘. Was der rechtliche Rahmen für den Umgang mit geschützten Arten beim Bauen ist und wie die Stadt über das Thema informiert: 

Ob heimische Vögel, Wildbienen oder Fledermäuse: Viele geschützte Tierarten leben an und in Gebäuden. Geschlossene Fensterläden, Regenrinnen oder Dachstühle bieten ihnen oft einen ungestörten Platz für ihre Nester. Bis dann Bauarbeiten oder sogar der Abriss anstehen. 

„Setzen sie sich mit der Naturschutzbehörde der Stadt Mannheim in Verbindung, wenn sie wissen oder vermuten, dass geschützte Tiere dort nisten, wo sie bauen wollen“, appelliert Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala und ergänzt: „Die Experten der Stadt helfen Ihnen jederzeit bei der Suche nach einer Lösung. Es bieten sich oft ortsnahe Ersatznistkästen für unterschiedliche Vogelarten, künstliche Schwalbennester am Dachgiebel oder Fledermauskästen für Hauswände an.“

Nester geschützter Arten dürfen nicht zerstört werden 

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, geschützte Arten zu verletzen oder zu töten. Viele geschützte Tiere wie zum Beispiel Mauersegler und Haussperlinge, Fledermäuse oder Hornissen dürfen auch bei ihrer Fortpflanzung, Aufzucht, Mauser und Überwinterung nicht gestört werden. „Fortpflanzungs- und Ruhestätten wie Nester dürfen nicht entfernt, beschädigt oder unzugänglich gemacht werden – auch nicht, wenn z. B. Mehlschwalbe und Mauersegler sich gerade in ihrem Winterquartier in Afrika befinden “, ergänzt Paul Hennze vom NABU und ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Stadt Mannheim. Verstöße können ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen.

GBG baut Wohnungen für Vögel 

Dass ein passendes Heim für Vögel oder andere Tiere oft genauso schwer zu finden ist, wie für Menschen, weiß auch die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft. Bei Modernisierungen von Gebäuden achtet sie deshalb besonders auf den Artenschutz. „Als bei den Arbeiten an den Wohngebäuden in der Untermühlaustraße in einer Nische ein Mauersegler-Paar entdeckt wurde, sind die Arbeiten erst einmal eingestellt worden“, erklärt Matthias Henes, Hauptabteilungsleiter Bauausführung. „Anschließend haben wir an den Giebeln fleißig Ersatznistkästen in die neue Wärmedämmung eingebaut – insgesamt gibt es jetzt 81 bezugsfertige Nistkästen für Mauersegler, Fledermäuse, Meisen und Spatzen.“ Nach Einbau, Verputzen und Anstrich sind von außen nur noch die Einflugöffnungen zu sehen.

Um Bauherren Tipps und Hinweise zum richtigen Artschutz zu geben, hat die Stadt Mannheim jetzt einen ausführlichen Flyer herausgegeben. Er gibt einen Überblick der häufigsten Tierarten, die besten Bauzeiten und den Kontakt zur Naturschutzbehörde.

Stadt Mannheim/sag

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