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Im Prozess zur Bluttat vor H4-Polizeiwache sagt am Mittwoch die Exfrau von Talat A. (44) aus. 

Das Wirrwarr geht weiter ...

Bluttat H4: Täter noch immer auf freiem Fuß?  

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    Alina Vomend
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Mannheim - Widersprüchliche Aussagen, Gedächtnislücken und undurchsichtige Fakten – auch am fünften Prozesstag zur Bluttat ist völlig unklar, wer Mustafa A. die tödlichen Stiche versetzt hat.

Am fünften Prozesstag zur Bluttat vor der H4-Polizeiwache scheint die Verwirrung immer größer zu werden – auch nach mehreren Zeugenaussagen ist immer noch nicht klar, welcher der beiden Brüder auf das Opfer Mustafa A. (†20) eingestochen hat. 

Niedergestochen: 20-Jähriger vor Polizeirevier getötet

Auch die Aussage der Ex-Frau von Talat A. (44) – dem Vater des Getöteten – am Mittwochmorgen vor dem Mannheimer Landgericht erleichtert die Urteilsfindung nicht: 

Margot V. (60) meldet sich erst vor einigen Wochen freiwillig bei der Polizei, um eine Aussage zu machen ...

Ist doch Nihad S. – der Bruder des Angeklagten (Mehmet S., 22) – der Täter? 

Die Ex-Frau sagt aus, dass Talat A. ihr nach der Tat erzählt habe, dass allein Nihad S. zugestochen haben soll.  

„Der Mörder läuft noch draußen frei herum – es sitzt der Falsche im Gefängnis“, soll Talat A. behauptet haben. 

Zudem soll der Vater der Brüder im Hinblick auf die Anklage eine Rolle spielen: Er habe arrangiert, dass Mehmet für seinen Bruder Nihad ins Gefängnis geht. Der schwammige Grund: Nihad habe eine Familie, Mehmet sei Single. 

Zudem kam heraus, dass der Vater der Brüder eine Messerfabrik besitze – und damit einen einfachen und schnellen Zugang zur „Tatwaffe“. 

Doch es wird noch kurioser: Bereits drei Tage nach ihrer Aussage bei der Polizei widerruft die Ex-Frau diese. Auch am Mittwochmorgen beharrt sie im Landgericht Mannheim auf ihre korrigierte Version. 

Demnach haben beide Brüder zugestochen! 

Als Talat A. ihr damals den genauen Tathergang beschrieben habe, soll es zu einem Missverständnis gekommen sein: „Ich habe Talat falsch verstanden gehabt. Er spricht nur sehr schlecht Deutsch, sodass viele Missverständinsse aufkommen“, so die 60-Jährige. Demnach gibt Talat A. Nihad die Hauptschuld an dem Tod seines Sohnes, da dieser die Tat geplant haben soll. Zugestochen haben sollen jedoch beide Brüder. 

Auch die Ehefrau (27) von Nihad S. und der zu Beginn Tatverdächtige Isan C. (39) wurden ein weiteres Mal als Zeugen geladen, machten jedoch von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Auch der Angeklagte schweigt nach wie vor. 

Am Montag, 18. Mai, soll der Prozess fortgesetzt werden. 

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nis/lin

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