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„Nie wieder Krieg“ heißt ein neuer Song von Sohn Mannheims Xavier Naidoo. 

Oder doch nicht?

„Nie mehr Krieg!“ – Naidoo singt Lied für Frieden

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Mannheim – Seine Stimme lässt sich Xavier Naidoo trotz ESC-Absage nicht nehmen! Ein neuer Song, den der Sänger am Donnerstag auf Facebook präsentiert, hat eine klare Botschaft:

„Nie mehr Krieg – Wenn wir das nicht sagen dürfen, dann läuft doch etwas schief!“

Der Sohn Mannheims schlägt in seinem neuen Song „Nie mehr Krieg“ zwar wie immer seicht-balladenartige Töne an, will aber diesen als harte Kritik am Kriegseinsatz in Syrien sehen. 

Liebe Freunde, Xavier Naidoo hat mir gestern dieses ergreifende, noch unveröffentlichte Lied geschickt: 'NIE MEHR KRIEG!' Wir posten es heute gemeinsam hier auf Facebook. DENN WIR SIND GEGEN KRIEG! Bitte helft mit, diese Botschaft zu verbreiten.Morgen entscheidet der Bundestag über den Krieg in Syrien. Aber nicht wirklich um den IS zu bekämpfen. Da gibt es klügere Strategien. Sondern aus Bündnisgründen, Hollande zu Liebe. 14 Jahre lang haben wir mit unseren Bomben nicht einmal die Taliban besiegen können. Beim viel gefährlicheren IS wird die planlose Bombardiererei noch weniger erfolgreich sein. Wir leben im Jahr 2015 – doch unseren Politikern fällt nichts anderes ein als Krieg. Dazu haben wir sie nicht gewählt. Noch mehr Krieg in Syrien beudeutet: Noch mehr Leid, noch mehr Hass, noch mehr tote Zivilisten, noch mehr Terroristen und noch mehr Flüchtlinge. Deshalb protestieren wir. 14 Jahre Antiterrorkrieg sind genug. NIE MEHR KRIEG! Euer JT & Eure Söhne MannheimsFoto: Tyler Hicks

Posted by Jürgen Todenhöfer on Donnerstag, 3. Dezember 2015

Kein anderer als Jürgen Todenhöfer, umstrittener Publizist und IS-Kenner, postet am Donnerstag ein Video des Anti-Kriegs-Songs auf Facebook.

„Liebe Freunde, Xavier Naidoo hat mir gestern dieses ergreifende, noch unveröffentlichte Lied geschickt: 'NIE MEHR KRIEG!' Wir posten es heute gemeinsam hier auf Facebook. DENN WIR SIND GEGEN KRIEG! Bitte helft mit, diese Botschaft zu verbreiten“, schreibt der 75-Jährige, der im Dezember 2014 rund eine Woche durch IS-Gebiet im Irak reiste. 

In seinem Post spricht Todenhöfer außerdem die anstehende Bundestagsabstimmung über den militärischen Einsatz in Syrien: „Morgen entscheidet der Bundestag über den Krieg in Syrien. Aber nicht wirklich um den IS zu bekämpfen. Da gibt es klügere Strategien.“ Sein klares Statement: „Noch mehr Krieg in Syrien beudeutet: Noch mehr Leid, noch mehr Hass, noch mehr tote Zivilisten, noch mehr Terroristen und noch mehr Flüchtlinge. Deshalb protestieren wir.“

Seit dem ESC-Debakel polarisiert Naidoo mehr als je zuvor. Das sieht man insbesondere bei dieser Facebook-Aktion.

Denn wo die einen jubeln, schlagen andere verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. So sei das Lied nur oberflächlich eine Friedenshymne, außerdem weichgespült und völlig im Ton vergriffen.

Im Text heißt es: „Muslime tragen den neuen Judenstern. Alles Terroristen-wir haben sie nicht mehr gern“. 

Eine Reaktion auf Twitter: "Nie mehr Krieg" ist ein großes widerliches relativistisches Fuck you an alle Opfer der Shoah!

Ein Facebook-User schreibt: „Tut mir leid das ich die Realitätsschiene fahren muss, aber: Wie wollt ihr die Forderung dieses Liedes umsetzen? Wollt ihr den IS Blumen in die Gewehr-Mündungen stecken mit der Hoffnung die Patronen bleiben stecken? Oder wollt ihr lieber in den Hungerstreik gehen? Es bringt beides nix...“

Dieses Lied spiele auch gerade den Falschen in die Hände. So ein weiterer Facebook-Kommentar: „Das neue Naidoo-Lied beinhaltet alles, was einen guten Pegida-Anhänger glücklich macht."

Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch die NPD den Song auf ihrer Seite teilt, wenn der Massenmord an den Juden relativiert wird: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“

Über 100.000 Facebook-User haben das Video bereits geteilt.

kab/kp

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