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Architekt und Schmuckdesigner Thomas Mrokon mit einem vergrößerten Ringmodell aus der aktuellen Kollektion – erst damit sieht man die filigranen Details der außergewöhnlichen Schmuckstücke.

monomer – Schmuck für Individualisten

Das ist Mannheims Herr der Ringe!

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Mannheim - „monomer“-Geschäftsführer Thomas Mrokon erklärt uns im Interview, wieso seine Schmuckstücke Unikate sind, was Homers Odyssee mit seiner Kollektion zu tun hat und warum seine Tochter lieber mit Verpackungen als mit Silber spielt.

Der Name „monomer“ (altgriechisch für einzelnes Teil) bringt die Idee vom individuellen Schmuckstück auf den Punkt – doch die Einzigartigkeit findet sich nicht nur im fertigen Produkt, sondern ebenso im außergewöhnlichen Herstellungsverfahren. 

Der preisgekrönte Schmuckdesigner Thomas Mrokon entwirft seine einmaligen Visionen virtuell am Computer, die anschließend per modernstem 3D-Druckverfahren vom digitalen zum analogen Kunstwerk gemacht werden.

Das ist Mannheims Herr der Ringe!

Dabei hatte doch alles ganz anders angefangen. Denn eigentlich ist Mrokon Architekt – ein äußerst erfolgreicher noch dazu. So zeichnet er zum Beispiel für den Entwurf für das „Haus der Astronomie“ auf dem Heidelberger Königstuhl verantwortlich. 2005 kam es dann zufällig während eines Projekts zum Treffen mit einer Goldschmiedin. Ein prägendes Erlebnis für Mrokon, die Faszination für dieses Handwerk war geboren. Knapp ein halbes Jahrzehnt später gründet er das Unternehmen „monomer“, wofür er schließlich am 17. November 2014 mit dem Mannheimer Existenzgründerpreis MEXI ausgezeichnet wurde.

Thomas, die Verbindung zwischen Architektur und Schmuck liegt nicht gerade auf der Hand. Wo siehst du die Schnittstellen?

Ich habe mich schon früh auf die Thematik Software und Architektur spezialisiert. Ich bin nicht der begnadetste Zeichner, deswegen habe ich komplexe Gebäude und Gebäudestrukturen schon immer am Computer programmiert. Eigentlich eine Technologie aus dem Maschinenbau, die man aber natürlich auch für andere gestalterische Themen nutzen kann. Ein Treffen in 2005 mit der Goldschmiedin Antje Bott 2005 war dann ein Aha-Erlebnis für mich, bei dem die Leidenschaft für Schmuck, aber auch die Idee, was damit alles gemacht werden kann, entstanden ist. Hätte mir jemand nach dem Studium gesagt, dass ich irgendwann etwas mit Schmuck mache, hätte ich ihn wohl sehr komisch angeschaut.

Wie genau geht der Herstellungsprozess – angefangen beim Design bis hin zur Produktion – vonstatten?

Wie bei jedem 3D-Druckverfahren braucht man ein Modell, das am Computer generiert wird. Das wird dann – wie auch bei einem handelsüblichen 2D-Tintenstrahldrucker oder einem Computertomographen – in viele kleine Schichten zerlegt. Je nach Verfahren kommt ein Laser zum Einsatz, der das Edelmetallpulver in jeder Schicht verschmilzt. Dieser Vorgang wiederholt sich Slice für Slice. Daher auch die Bezeichnung additives Manufacturing.

Wieso sind Schmuckstücke bei diesem computergesteuerten Verfahren dennoch Unikate? 

Zum einen, weil das Druckverfahren nie identisch abläuft, da an der Oberfläche des Schmuckstücks eine Art einzigartiger Fingerabdruck entsteht. Zum anderen, und das ist eigentlich der Hauptaspekt, weil sich das Design beliebig manipulieren lässt. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind im Prinzip unendlich. So viel zur Theorie. In der Praxis haben wir gemerkt, dass es nicht immer leicht ist, die Idee von der Unerschöpflichkeit der Designideen zu transportieren. Deswegen haben wir aus der Vielzahl der Schmuckstücke, die wir generieren können, knapp 150 fertig designte Teile ausgewählt und in unsere statische Kollektion mitaufgenommen. Das sind dann eben die Schmuckstücke, die man direkt vor Ort kaufen kann. Irgendwann wollen wir da hin, dass jeder Kunde seinen Schmuck selbst mitgestalten kann. 

Was kann ein 3D-Drucker, das ein Goldschmied nicht kann?

Genau darin liegt für uns die Kunst, das herauszufinden. Aber allgemein kann man sagen, dass ein Goldschmied bei extrem feinen und präzisen Arbeiten handwerklich durch sein Werkzeug limitiert ist, wo wir eben - gerade bei komplexen und verschachtelten Strukturen - das ganze Designspektrum eines 3D-Druckers ausnutzen können. Aber es war sowieso nie unser Ziel, den klassischen Schmuck zu ersetzen, vielmehr wollen wir mit dieser Technologie eine völlig einzigartige Designsprache entwickeln.

Du hast es gerade angesprochen: Eure Schmuckstücke zeichnet die sehr filigrane Arbeit aus. Mit welchen Materialien arbeitet ihr?

Vorwiegend mit einer Legierung aus Edelstahl-Bronze und Sterling Silber , das wir dann auch noch vergolden lassen. Aber auch mit 18-Karat Echtgold, Platin und Titan. Letzteres ist für mich sehr spannend, weil ich selbst nicht der klassische Schmuckträger bin, aber Titan bietet durch seine extreme Leichtigkeit die Möglichkeit Schmuck zu entwerfen, den man beim Tragen praktisch nicht mehr spürt. Diese Leichtigkeit spielt auch bei allen anderen Schmuckstücken eine Rolle, weil wirklich jeder Kunde überrascht ist, wie leicht und unsere Ringe sind.

Eure erste Kollektion heißt Odyssee - wo ist die Verbindung zwischen dem mythologischen Heldenepos und eurem Schmuck? 

Wir haben lange überlegt, wie wir die Kollektion nennen. Über unseren Markennamen „monomer“ sind wir dann irgendwann auf Homers Odyssee gekommen, weil in dem Epos sehr viele Personen interagieren. Wir fanden das äußerst passend, schließlich gibt es in unserer Kollektion ja auch eine enorme Form- und Mustervielfalt. So sind dann solche Schmuckstücknamen wie Aurora Helios oder Maia Dionysos entstanden.

Als Spezialist für CAD und 3D-Druck spielt man doch bestimmt auch mal ein wenig herum. Was ist das Verrückteste, das je aus deinem 3D-Drucker gekommen ist?

Während meines Studiums habe ich mal einen meiner Architekturentwürfe – vier ineinander verschlungene Hochhäuser – gedruckt. Das war 2003, als die Technologie noch nicht so weit verbreitet war. Ich weiß noch, wie ich den Drucker an seine Grenzen gebracht habe. Das Ding hat über 24 Stunden gedruckt. Das war ein tolles Erlebnis, weil ich da erst so richtig begriffen habe, was man mit dieser Technologie alles machen kann. Das Modell steht heute übrigens beleuchtet bei mir Zuhause.

Mit dem „Haus der Astronomie“ in Heidelberg und der „ESO Supernova“ in Garching hast du Gebäude mit im Wortsinn galaktischen Maßen konstruiert. Mit deinem Schmuck zeigst du, dass du es auch eine Nummer kleiner kannst. Was ist der nächste Schritt? Ein Mittelding wie beispielsweise Skulpturen?

Das kann ich mir durchaus vorstellen. Durch mein Studium geprägt bin ich auch sehr möbelaffin. Das sind alles spannende Themen, wo man vielleicht irgendwann 3D-Drucker einsetzen kann. Ebenfalls spannend wird für uns das Thema „Personalisiertes Merchandising“. Es wäre schön, wenn wir unsere Produktportfolie irgendwann dahingehend erweitern können. Aber jetzt gehen wir erstmal einen Schritt nach dem anderen. Der Schmuckbereich bietet noch genug Möglichkeiten.

Gibt es schon konkrete Ideen für die nächste Kollektion?

Der Mini-Wasserturm für eine neue Kollektion steht schon einmal parat.

Ja. Wir wollen in der neuen Kollektion verstärkt mit Texten und Botschaften arbeiten. Bei den klassischen Ringen gibt es die Gravur. Wir gravieren nicht, sondern nehmen einen beliebigen Text als Struktur und formen beispielsweise aus den Buchstaben eines Familiennamens eine dreidimensionale Struktur, welche dann als Ring oder Kette getragen werden kann. Wir haben uns außerdem auch sehr von Mannheim und seinem Stadtbild inspirieren lassen und wollen eine sehr lokal geprägte Kollektion entwickeln.

Sprich bald kann sich ein Waldhof-Fan bei euch seine personalisierte SVW-Kette drucken lassen? 

(lacht) Mal schauen.

War es ein bewusst-berechnendes Konzept, durch den Einsatz von modernster Technik die eher weiblich geprägte Schmucklandschaft auch für Männer interessanter zu machen?

Wir haben tatsächlich viele Anfragen von Männern. Aber das war nie ein bewusstes Marketingwerkzeug. Wir wollten uns eher in einer Nische spezialisieren. Frauen interessiert das Verfahren nicht so sehr. Ihnen geht es eher um das Design. Denn schließlich überzeugt das fertige Schmuckstück und nicht das eingesetzte Verfahren zum Kauf.

Du bist im vergangenen Jahr Vater eines Mädchens geworden. Sparst du dir auch mal den Weg in den Spielwarenladen und druckst deiner Tochter ganz individuelles Spielzeug?

(lacht) Sie ist ja erst 14 Monate alt. Meine Frau und ich haben festgestellt, dass man ihr die tollsten Geschenke machen kann. Am Ende spielt sie jedes Mal am liebsten mit der Verpackung. Das ist natürlich ein spannender Gedanke, aber Spielzeug aus Silber wird auf die Dauer vielleicht doch ein wenig zu teuer.

Am Donnerstag, den 18. Dezember, und Freitag, den 19. Dezember, gibt es im Alten Volksbad in der Mittelstraße eine Weihnachts-Verkaufsaktion von „monomer“. Die perfekte Gelegenheit also für alle Last-Minute-Shopper, ein einzigartiges Geschenk für seinen Liebsten zu besorgen!

monomer Weihnachtsaktion

Wann:Donnerstag, 18. Dezember – 15:30 Uhr bis 19 Uhr; Freitag, 19. Dezember – 11 Uhr bis 18 Uhr

Wo:Altes Volksbad im 1. OG, Raum 1.08; Mittelstraße 42, 68169 Mannheim

Zum Online-Shop von „monomer“ geht‘s hier: www.monomer.com

rob

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