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Drehbuchautor Daniel Morawek (l.) und Produzent Andrew Van Scoten beim Filmdreh am Wasserturm im April 2015.

Interview mit Drehbuchautor Daniel Morawek

„Mannheim – Der Film“ – So steht's um die Premiere!

Mannheim - Er ist der Kopf hinter dem heißerwarteten „Mannheim“-Film! Im Interview erzählt Daniel Morawek von den ungewöhnlichen Herausforderungen der Postproduktion und warum eine verschobene Premiere nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeutet.

Diese Komödie ist jetzt schon Kult! 

Nur wenige Filme werden in der Metropolregion so heiß erwartet wie ‚unser‘ „Mannheim“-Film. Doch die Fans müssen sich noch ein wenig gedulden, bis das Stück Mannheimer Kinogeschichte das Licht der Welt erblickt. Im Interview erklärt uns Drehbuchautor Daniel Morawek, was es mit der Verschiebung der Premiere auf sich hat, wie sich der Film im Schnitt verändert hat und wieso Menschen in Hamburg und Berlin vielleicht bald Mannheimer Lieder singen.

>>> Showdown am Wasserturm

Showdown am Wasserturm

Frage: Die große Premiere von „Mannheim - Der Film“ war zunächst noch für November geplant. Daraus wird jetzt aber leider nichts. Woran liegt's?

Daniel Morawek: „Wir haben erfreulicherweise Postproduktionsförderung von Filmförderung in Baden-Württemberg erhalten. Dadurch konnten wir noch mehr Profis in die Fertigstellung einbeziehen und durch die höhere Qualität sogar einen Verleiher finden, der den Film bundesweit ins Kino bringen will. ‚Leider‘ führt dieser Erfolg auch dazu, dass die Nacharbeit länger gedauert hat und es mehr Vorarbeit für den Kinostart bedarf.

Das sind ja tolle Nachrichten, herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet das konkret für den Premierentermin?

Vielen Dank!  Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den endgültigen Termin für die Premiere festzulegen. Das endgültig Datum können wir wohl erst im Frühjahr verkünden, da wir von den Planungen des Verleihers und der Kinos abhängig sind. Dafür werden wir uns aber ins Zeug legen, eine unvergessliche Premiere auf die Beine zu stellen. Und wir hoffen, dass der Film am Ende alle Fans für die Wartezeit entschädigen wird.

Und die kommen durch die bundesweite Auswertung hoffentlich nicht nur aus der Quadratestadt selbst...

Wir haben einen Verleiher mit viel Branchenerfahrung gefunden, dem der Film richtig gut gefällt und der auch über die Region hinaus Chancen sieht. Natürlich wird der Film überall in der Metropolregion Rhein-Neckar in den Kinos zu sehen sein – aber wer weiß, vielleicht wird unser Titelsong ‚Monnemer Dreck‘ bald auch in Hamburg, Berlin und Stuttgart mitgesungen.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Postproduktion?

Ehrlich gesagt fand ich es am anstrengendsten, den Papierkram für die Postproduktionsförderung zusammenzubekommen. Da wird Filmproduzenten in Deutschland nicht nur viel Kreativität, sondern auch Bürokratiearbeit abverlangt. Aber wie freuen uns natürlich, dass wir es geschafft haben, die Förderanstalt von unserem Film zu überzeugen.

Wie sehr hat sich der Film aus Autorensicht im Schnitt verändert?

So sehr hat der Film sich gar nicht geändert. Wir hatten ja lange über dem Drehbuch gegrübelt, damit wir nicht bei unserem Mini-Budget Szenen drehen mussten, die es am Ende gar nicht in den Film geschafft hätten. Der Filmeditor hat dann aber noch eine große Leistung vollbracht, durch einen flotten Schnitt viel Schwung in die Szenen zu bringen.

Wie oft hast du den Rohschnitt mittlerweile gesehen?

Gar nicht so oft, fünf oder sechs mal von Anfang bis Ende. Einzelne Stellen, an denen wir länger gefeilt haben, habe ich hingegen so oft gesehen – da kann ich gar nicht mehr mitzählen.

Wie oft kannst du ihn noch sehen, bis du die Nase endgültig voll hast?

Zum Glück gibt es mit jedem Schritt in der Postproduktion etwas Neues zu entdecken. Momentan freue ich mich darauf, wie der Film mit dem endgültigem Sounddesign wirken wird. Und dann ist da noch die Premiere: Wenn man den Film zum ersten Mal vor großem Publikum sieht und die Reaktionen der Zuschauer mitbekommt, ist das noch mal ein ganz neues Erlebnis. So gesehen wird es mir also so schnell nicht langweilig den Film anzuschauen.

Hast du einen Lieblingsmoment im Film? Und falls ja: Unterscheidet er sich von deinem Lieblingsmoment im Buch?

Beim Drehbuch schreiben versucht man allen Szenen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Und bei der Szene im Wasserturm-Brunnen, die eine Schlüsselszene ist, war meine Vorfreude beim Lesen immer sehr gedämpft, weil ich ja im Kopf hatte, dass wir das noch drehen müssen, was natürlich kein Spaziergang war. Beim Ansehen des fertigen Schnitts gab es dann tatsächlich ein paar Stellen, die mir besonders gut gefallen haben. Eher die leisen Momente im Film, wenn die Hauptfiguren über ihre Lebensträume schwadronieren. Aber natürlich gibt es auch viele gelungenen turbulenten Szenen, die sicherlich bei den Kurpfälzern gut ankommen werden.

Würde Kritiker-Papst Roger Ebert noch leben und könnte euren Film sehen: Welches Fazit würdest du am liebsten über „Mannheim - Der Film“ lesen wollen?

Ich glaube Ebert war dafür bekannt, auch mal sehr emotionale Filmkritiken zu schreiben, gerade wenn ihm ein Film nicht gefallen hatte. So gesehen würde ich natürlich hoffen, dass ihm unser Film gefallen hätte. Der Versuch beim Schreiben des Drehbuchs war ja, Geschichten aus dem wahren Leben aus Mannheim zu erzählen. Ganz nah an der Realität, aber nicht als dröges Sozialdrama sondern unterhaltsam umgesetzt. Wenn die Filmkritiker und das Publikum das in dem fertigen Film erkennen würden, würde ich mich natürlich sehr freuen.

>>>Interview mit den Hauptdarstellern

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