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Multi-Talent Herbert Feuerstein (77).

„Die neun Leben des Herrn F.“

Kult-Comedian Feuerstein: „Bin Geselligkeitsmuffel!“

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Mannheim - Am 10. November kommt Herbert Feuerstein ins Mannheimer Capitol, liest aus seiner Biographie. MANNHEIM24 hat mit dem 77-Jährigen über Leben, Lesen und Zukunft gesprochen.

Herbert Feuerstein – 46 Jahre Showbusiness, Journalismus und Musik. Er hat Bambi, Grimme-Preis und Comedy-Ehrenpreis in der Vitrine. Jetzt ist er Autor seiner eigenen Biographie. 

MANNHEIM24-Mitarbeiterin Martina Knopik hat mit dem 77-Jährigen über Leben, Lesen und die Zukunft geplaudert: 

Herr Feuerstein, Sie haben gerade Ihre erste Autobiographie „Die neun Leben des Herrn F.“ veröffentlicht. Wie lange dauert es, 384 Seiten Leben zu Papier zu bringen?

Es gibt Menschen, die schreiben schon mit 19 ihre erste Autobiographie. Da geht es dann natürlich etwas schneller. Ich habe schon etwa zwei Jahre gebraucht. Es ist schwierig, weil man sich dann auch mit Überlieferungen auseinandersetzen muss. Ich wollte aber auf der anderen Seite keine große Literatur schreiben, sondern meine Lebensereignisse – und das alles vor dem Hintergrund zu unterhalten. Die Schwere dieser Arbeit ist mir eigentlich erst hinterher bewusst geworden. Das Schreiben ging eigentlich ganz leicht.


Wie fühlt es sich an, wenn die ganze Welt über das eigene Leben lesen kann?

Man schreibt ja selbst, was man schreiben will. Ich möchte natürlich nichts Privates oder Intimes preisgeben. Ich bin ja bekanntlich Geselligkeitsmuffel und ein Verstecker. Aber es ist ja auch keine wissenschaftliche Analyse über jemanden, der schon längst verstorben ist, sondern meine persönlichen Erinnerungen.

War es Ihr eigener Wunsch Ihre Biographie aufzuschreiben?

Es war meine eigene Entscheidung. Mir ist es aber schon etwas peinlich, Freunden das Buch zu überreichen – Aber zum Glück habe ich auch nicht so viele Freunde. Es hat immer so den Anschein, als wäre es eine „Zwangslektüre“, eine Pflicht: Das musst du jetzt lesen. Das fällt mir eher schwer.

Warum ausgerechnet jetzt mit 77?

Nach dem Tod so ein Buch zu schreiben ist schon etwas schwierig. Jetzt geht das ja noch.

Sie sind Chefredakteur, Autor, Kabarettist, Journalist und noch vieles mehr. Was ist Ihr Hauptberuf?

Ich habe keinen Hauptberuf. Ich habe mich erst immer als Journalist verstanden. Da ist einfach dieses Bedürfnis des handwerklichen Schreibens. Aber ich habe mich nie festgelegt. Deshalb waren auch die neun Leben nötig. Jede Station ist ein Neuanfang, etwas grundsätzlich anderes. Ich bin immer meiner Neugier gefolgt. Wenn ich sie ausgelebt hatte, war es auch vorbei. Dann habe ich wieder etwas Neues probiert. Ich wollte sehen, was das Leben so zu bieten hat.

In Ihrer Autobiographie berichten Sie über Ihre bisherigen neun Leben. Was erhoffen Sie sich von Leben Nummer zehn?

Ein ruhiges Plätzchen, zwei bis drei Meter unter der Erde. Der Tod ist unsere Zukunft. Damit findet man sich ab. Ich sehe das gelassen. Das ist die einzige Stärke, die ich habe – ich nehme mich selbst nicht so ernst. Ich bin nur ein winziger Teil dieser Erde.

Was erwartet die Besucher am 10. November bei Ihrer Lesung im Capitol Mannheim?

Ich hoffe, dass das Capitol keine riesige Halle ist. Da fürchte ich mich ein wenig davor. Für eine Lesung braucht man ja auch ein wenig Intimität. Das Programm besteht aus Text und Filmausschnitten. Es wird so ein Mischabend. Ich habe teilweise historisches Material zusammengestellt. Die Filme zeigen die lustigen Seiten und allen möglichen Unsinn. Die Texte reflektieren das Ganze. Ich habe ja schon ähnlich Erfahrungen mit meinen Reisebüchern gemacht. Das war auch immer recht amüsant. Die ersten Lesungsreihe von fünf Stationen habe ich jetzt schon hinter mir und gewöhne mich so langsam daran. Aber ich will mich natürlich auch nicht langweilen. Deshalb habe ich auch immer viel Freiraum für Variationen gelassen. So hat jede Lesung etwas eigenes. Das dauert dann so zwei Stunden. Ich glaube es wird gut.

Werden Sie vor ihrem Auftritt einen Abstecher in die Stadt machen?

Ich kenne Mannheim. Ich kenne die Stadt gut. Ich hatte dort schon Lesungen. Da ging es noch um die Reisebücher. Damals habe ich gut 200 Stationen in ganz Deutschland besucht. Ich kenne mich auch gut in der Umgebung aus. Ich war oft in Ludwigshafen. In der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz habe ich Konzerte moderiert. Ist alles schon ein Weilchen her. Aber ich kenne mich aus.

Infos und Tickets zu Herbert Feuersteins Lesung am 10. November (20 Uhr) im Mannheimer Capitol unter www.capitol-mannheim.de.

mk

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