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Im "Club Ritz" findet die letze Party an Halloween 2015 statt.
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Viele Studenten werden den Club Ritzz vermissen.
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Noch ein letztes Mal wurde getanzt und gebechert...
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...bevor es seine Türen schließen muss.
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Auch das Zapatto muss dicht machen.
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Grund dafür ist, das ihr Mietvertrag von der Deutschen Bahn AG nicht verlängert wird.
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Die SUITE hat sich schon im August 2015 verabschiedet.
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Doch nicht für immer.

Wieso müssen sie schließen?

Die sterbenden Diskos: Ritzz, Suite und Zapatto 

Mannheim-Innenstadt: Manch eine Institution der Mannheimer Nachtclub-Szene musste oder muss 2015 schließen. Doch warum? Stirbt die Disko allgemein aus?

Der muss es wissen. Denn schließlich ist er seit fast 50 Jahren (!) mit der legendären Diskothek „Tiffany", in der Mannheimer Passage, im Geschäft.

„Woran liegt es, dass in letzter Zeit so viele Diskos in der Mannheimer Innenstadt schließen?“ fragen wir den Diskobetreiber. „Man muss unterscheiden, zwischen dem allgemeinen Diskosterben in ganz Deutschland und den Schließungen in Mannheim“,  erklärt Esselborn.

„Allgemein liegt der deutschlandweite Trend darin, dass viele Clubs ihren Zenit schon überschritten haben. Das liegt zum einen am Konsumverhalten der Gäste und an der Art des Ausgehens.“

Nicht jeder könne und wolle mehr so spät nachts aus dem Haus, überlegt der Experte. „Zum anderen ist es schwieriger geworden, die Musik die, die Gäste sonst hören und Tanzmusik unter einen Hut zu bringen. Und das noch generationsübergreifend! Da sagen auch viele: 'Nein, also auf das dumpfe Gedröhne habe ich keine Lust.'"

Das Zapatto

Doch warum müssen die Mannheimer Diskotheken schließen?

Also ich weiß zum Beispiel, dass das Zapatto einfach seinen Vertrag nicht verlängert bekommen hat. Und zwar von der Deutschen Bahn AG“, so Esselborn. Denn der Bahn war der Laden schon länger ein Dorn im Auge. 

Wir haben den auslaufenden Mietvertrag mit dem ‚Zapatto‘ nicht mehr verlängert, da es aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr möglich war, den Betrieb mit den Veranstaltungen am Wochenende in der gewohnten Form weiterzuführen“, erklärt ein Bahn-Sprecher auf MANNHEIM24-Anfrage. 

Doch die Gäste sind sehr betrübt. Für sie war das Zapatto und ist es noch bis zu seiner Schließung am 1. Januar 2016 eine Institution.

11 Jahre lang hieß es dort: Lecker Schnitzel und am Wochenende Party!

Als das Zapatto am 27. Oktober 2015 auf seiner Facebookseite verkündete, dass es nur noch bis zum Ende des Jahres offen haben werde, war das Entsetzen der Community groß.

Von „Wo sollen wir denn jetzt hin?“ zu „Ich hoffe das ist ein schlechter Scherz.“ über „Danke für die schöne Zeit!“, ist alles dabei.

+++ UPDATE vom 17. August 2016 +++

Auffällig nur, dass in den Räumen des ehemaligen „Zapatto“ demnächst wieder ein gastronomischer Betrieb namens „Metropolis“ eröffnet (WIR BERICHTETEN)! 

Großer Unterschied: Das „Metropolis“ ist ein reines Restaurant ohne Tanz-Veranstaltungen oder große Partys. Denn laut Baugenehmigung ist hier im Hauptbahnhof auch nur ein ‚normales‘ Restaurant zugelassen.

Der Fall „Club Ritzz“ liegt anders

Da sind weder Vermieter, noch mangelnde Kundschaft der Grund für die Schließung, sondern anscheinend die Geschäftsführung.

Ein Kenner der Szene erzählt uns:„Da stand wohl nach sechs Monaten schon der Gerichtsvollzieher im Club und muss eine Kassenpfändung machen, weil die Erstausstattung nicht bezahlt wurde. Die Geschäftsführung war wohl nicht sehr seriös...“ Manch einer erinnert sich an wilde Partynächte. Besonders bei den Studenten war das Ritzz nach dem Schneckenhof sehr beliebt. 

Die SUITE

2003 in der Bundesbahnkantine auf dem Gelände der ehemaligen „Bahninsel" eröffnet, musste die Suite sechs Jahre später auf das Post-Areal umziehen. Doch im August 2015 ist dann auch für die SUITE Schluss.

Zumindest in Mannheim. Denn der Betreiber Torsten Mergell will eine neue SUITE aufmachen. Und zwar in Neustadt an der Weinstraße im Frühling 2016.

Dort soll es dann auch ein Freiluft-Areal geben. Und zwar mit stolzen 1.000 Quadratmetern! Schon seit Längerem kristallisierte sich heraus, dass die SUITE entgegen ihrer Anfänge sehr in den Mainstream gerutscht ist, dafür aber nie über mangelnde Besucherzahlen klagen konnte.  

Trend zu Bars?

Kann es sein, dass der Trend mehr zu Bar-Hopping geht und dass es die Gäste allgemein stärker in den Jungbusch zieht?

Das bestätigt auch Tom Esselborn: „Das stimmt. Im Jungbusch haben wir eine richtige Ausgehmeile. Die Innenstadt hat ja praktisch keine Barszene. Da ist es auch vielen zu umständlich nach dem Barbesuch wieder in die Innenstadt zu kommen, um tanzen zu gehen.

Ich glaube aber auch, dass da die Stadt ein bisschen die Schuld trägt. Die will die Bars eher in den Jungbusch und in das Industrieviertel verlagern, um damit die Innenstadt zu beruhigen.“

Das Erfolgsrezept

Wie konnte sich das Tiffany so lange halten?

„Wir konnten uns ja in den fast 50 Jahren ein gewisses Renommee erarbeiten. Wir waren nie abgehoben, haben immer ein hohes Level an Angebot, Getränken und auch eine aufwändige Einrichtung gehabt. Und natürlich haben wir auch sehr freundliches Personal. Das alles haben wir von Generation zu Generation weitergegeben. Wir mussten uns nicht jedes Jahr neu erfinden.“

Ein Faktor ist bestimmt auch, dass das „Tiffany“ keinen Eintritt verlangt und so mehr Laufkundschaft zieht. Dort gibt es nicht das Risiko, Eintritt bezahlt zu haben und dann in einem leeren Laden zu sein. Das kommt eigentlich auch nie vor.

Denn im Tiffany geht eigentlich immer was. Und das wahrscheinlich auch die nächsten fünfzig Jahre... 

kp

 

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