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Aktuell sieht es auf den Mannheimer Planken noch so aus – das soll sich ab 2017 ändern.

Bäume, Bahnen, barrierefrei

Mannheimer diskutieren das neue Gesicht der Planken

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Mannheim-Innenstadt - Im Frühling 2017 soll es mit der Neugestaltung der Planken losgehen. Bis dahin gibt es jedoch noch einiges an Diskussionsbedarf – insbesondere von Seiten der Bürger...

Schon bevor die Veranstaltung im Stadthaus N1 losgeht, ist klar: Dieser Termin wird nicht konfliktfrei verlaufen. Etwa 15 Demonstranten haben sich versammelt, sind mit Plakaten ausgestattet und machen schon vor der Öffentlichkeitsinformation ihrem Ärger Luft.

Viel Interesse für Grünflächen und Optik.

Direkt vor dem Bürgersaal bestätigt sich der erste Eindruck: Auf einem Plakat können die Interessierten anzeigen, mit welchen Interessen sie zu der Veranstaltung gekommen sind. Klarer Sieger: Die Begrünung der Planken und die letztliche Optik. Wie sich in der Diskussion noch herausstellen wird sehr emotionale Themen für die Mannheimer. Aber dazu später mehr.

Zunächst: Worum geht es?

Fest steht: Die Planken und insbesondere die Schienen, die durch die Mannheimer Innenstadt führen, müssen erneuert werden. Explizit geht es um den Bereich zwischen Paradeplatz und Wasserturm inklusive der Kapuzinerplanken und Münzgasse. Hier sollen nicht nur die alten Schienen, sondern auch der komplette Bodenbelag und die Beleuchtung erneuert werden.

Weil aktuell jedoch jede Menge Bauprojekte in diesem Bereich realisiert werden, muss der Umbau noch bis 2017 warten. Im Frühjahr 2017 soll Baubeginn sein, die Bauzeit soll dann 18 bis 24 Monate betragen.

Doch: Wo gehobelt wird, fallen auch Späne – und das bedeutet auch Veränderungen und Kompromisse, die von einigen Bürgern nicht so gerne gesehen werden. Mehr als 100 Anwohner und interessierte Mannheimer sind deshalb gekommen, um mit acht Experten zu diskutieren, darunter Umweltbürgermeisterin Felictitas Kubala, Mitarbeiter der Stadtplanung, des Grünflächenamts, des Tiefbaus, der MVV und der rnv.

Viel Diskussion um das Grün

Damit das neue Konzept der Planken realisiert werden kann, müssen nicht nur Bodenbeläge, Gleise, Masten und Lampen weichen, sondern auch einige Bäume – und gerade das ist vielen Bewohnern ein Dorn im Auge. Markus Roeingh vom Fachbereich Grünflächen und Umwelt kann teilweise Entwarnung geben: Im Bereich zwischen den Quadraten P7 bis O7 kann ein Großteil der Bäume erhalten bleiben. Auf Höhe von P1, P6 und am Paradeplatz müssen dagegen einige Linden weichen. In Zahlen: 91 Bäume sollen stehen bleiben, 22 bis 26 Bäume müssen weichen, über die Zukunft von 17 Bäumen muss noch entschieden werden.  

Demonstration der Initiative SOS Stadtbaum Mannheim.

Es wird deutlich: Gerade beim Thema Baum wird die Diskussion ziemlich emotional. Insbesondere die Initiative SOS Stadtbaum Mannheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, um jeden Baum zu kämpfen. Viel Beifall erntet auch der Einwand, dass der neue Planken-Entwurf steril und „ohne Flair“ daherkommt. Auch ein Kunstwerk, der sogenannte „Elefantenhaufen“, vor dem Quadrat O6/O7 und die alte Optik der Brezelbuden sollen weichen - für einige Bürger unvorstellbar.  

Einer der Teilnehmer fasst jedoch zusammen: Wenn sich Dinge verbessern sollen – wie Barrierefreiheit und Technik – muss sich auch etwas verändern. Auch wenn das heißt, dass hier und da Kompromisse eingegangen werden müssen. Das Publikum applaudiert.

Am Ende der Veranstaltung steht fest: Es gibt noch viel zu diskutieren, zu planen und zu klären - der Umbau der Planken ist beschlossene Sache, die Einzelheiten stehen jedoch zu einem großen Teil noch in den Sternen.

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mk 

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