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Die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlich (2.v.li).

„Du kannst nichts dafür“

Kinder aus Suchtfamilien stärken

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Mannheim – Jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer suchtkranken Familie. Wie reagiert man bei einem Verdacht? Welche Angebote gibt es? Wie kann man den Kindern konkret helfen?

Diese und noch viele weitere Fragen beantworteten Vertreter des Mannheimer Drogenverbandes, der Diakonie und der Caritas Mannheim im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. 

Beim Informationstand für Betroffene und Interessierte gibt es bereits am Montagabend öffentlich die Gelegenheit zum Gespräch mit den Experten am Paradeplatz. 

Thomas Wenz vom Caritasverband Mannheim freut sich über positive Resonanz: 

„Ich traf einen Jugendlichen mit seinem Vater, den wir vor Jahren betreut hatten. Der Vater war mittlerweile trocken und der Sohn fängt jetzt eine Ausbildung bei Mercedes-Benz an. Daran erkennt man, dass unsere Arbeit etwas bringt.“

Wie diese Arbeit aussieht, zeigt die regelmäßig stattfindende Aktion „Ki siko“ („Kinder sind kompetent schwierige Lebenssituationen zu bewältigen“). Dort haben die Kleinen die Gelegenheit, sich mit anderen Kindern aus Suchtfamilien auszutauschen und bekommen kindgerechte Informationen zum Thema Sucht. 

Einfach mal Kind sein.

Doch das Wichtigste bei der Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen, ist die Entlastung von Schuldgefühlen: „Du kannst nichts dafür!“ ist hier die richtige Parole, betont Frau Dr. Ulrike Freundlieb, Schirmherrin der Aktion. 

Doch was tun, bei dem Verdacht, dass ein Kind aus einer suchtkranken Familie kommt? Wie kann man ihm helfen?

Hier sollte man zwar sich und seine Kompetenzen nicht überschätzen, aber „nicht wegschauen, sondern handeln.“ so Dr. Freundlieb weiter. Man kann sich bei der Kinderschutzstelle auch gerne anonym beraten lassen und den Fall melden. Ein externer Fachmann prüft dann die Angelegenheit und die „Hilfsmaschinerie“ kann anlaufen. Dass die Zahl der gemeldeten Fälle der Kindesnotgefährdung in den letzten Jahren gestiegen ist, sieht Dr. Freundlieb als ein positives Zeichen. 

Wir müssen uns um jedes Kind kümmern, denn „kein Kind soll verloren gehen!“

kp

 

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