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Wasser trinken soll gegen Schluckauf helfen. Die meisten Hausmittel funktionieren allerdings nach dem einfachen Prinzip der Ablenkung.

Mittel gegen Hicksen

Schluckauf: Was wirklich hilft

Für Erwachsene ist er oft peinlich und lästig, für den Fötus ist er sogar überlebenswichtig: Der Schluckauf. Wir verraten Ihnen alles Wichtige rund um die Entstehung, Ursachen und Therapien des Reflexes.

Eigentlich ist der Schluckauf ein Reflex, der das eigenständige Atmen trainieren soll. Für Kleinkinder ist diese Übung besonders wichtig. Warum das lästige Hicksen auch bei Erwachsenen ab und zu auftritt, kann verschiedene Gründe haben.

So entsteht Schluckauf

Schuld am Schluckauf ist unser Zwerchfell. Normalerweise zieht es sich bei der so genannten Zwerchfellatmung nach unten zusammen, beim Ausatmen entspannt sich dieser Muskel wieder. Verkrampft sich das Zwerchfell einmal, schließt sich die Stimmritze zwischen den Stimmbändern. Wenn die eingeatmete Luft gegen die geschlossene Stimmritze prallt, entsteht das charakteristische Hicks-Geräusch eines Schluckaufs.

Ursachen

Meistens sind die Ursachen für einen Schluckauf harmlos. Hastiges Schlucken, Alkohol oder Kohlensäure können beispielsweise den Nerv des Zwerchfells (Nervus phrenicus) reizen und so einen Schluckauf auslösen. Auch Stress ist eine mögliche Ursache für das unangenehme Hicksen. In den seltensten Fällen kann ein Schluckauf allerdings auch auf schwerwiegendere Erkrankungen hinweisen: Schilddrüsenüberfunktion, Leberentzündung oder eine Magen-Darm-Erkrankung können beispielsweise über das Hicksen angezeigt werden. Sogar Tumore oder Schlaganfälle können sich über den Schluckauf bemerkbar machen. Kommen zu den typischen Hicks-Symptomen noch Schmerzen im Bauch, Sodbrennen oder Schwellungen im Halsbereich hinzu, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Auch wenn der Schluckauf in häufigen, regelmäßigen Abständen auftritt oder ungewöhnlich lang andauert, könnte das ein Warnzeichen des Körpers sein. Doch keine Panik: In den meisten Fällen ist Schluckauf einfach nur ein Überbleibsel aus unserer Zeit als Fötus.

Pränatale Funktion des Schluckaufs

Während der Schluckauf bei Erwachsenen einfach nur lästig ist und keinen bekannten Nutzen für den Menschen hat, ist er für ungeborene Kinder im Mutterleib überlebenswichtig: Der Fötus wird bereits im Bauch an das eigenständige Leben und Atmen gewöhnt. Der Schluckauf dient als wichtige Atemübung. Auch bei Kleinkindern tritt der Reflex noch häufiger auf als bei Erwachsenen. Biologisch gesehen ist der Schluckauf nach der Geburt allerdings vollkommen sinnlos.

Romantischer Mythos

Wer hat diesen Spruch nicht schon einmal gehört? Beim Treffen mit Freunden kommt plötzlich der Schluckauf. Minutenlang versucht man krampfhaft die Luft anzuhalten und das peinliche Hicksen so schnell wie möglich wieder loszuwerden, bevor einer der Freunde auf die Idee kommt zu sagen: "Na, da denkt wohl gerade jemand an dich!"

Woher diese Redensart kommt, ist unklar. Wahrscheinlich dient er lediglich dazu, den Betroffenen wegen seines Schluckaufs zu necken und die unangenehme Situation mit einem lockeren Spruch zu entspannen. Denkbar ist auch, dass das Nachdenken über diesen romantischen Mythos vom nervigen Hicksen ablenken soll, denn so funktionieren die meisten Hausmittel zur Vertreibung des Schluckaufs.

Zehn Tipps gegen den lästigen Schluckauf

Von skurril bis urkomisch: Hausmittel und Tricks, die den Schluckauf vertreiben sollen, kennt jeder. Die meisten funktionieren nach dem einfachen Prinzip der Ablenkung. Aber auch andere Entspannungsübungen und die Erhöhung des CO2-Gehalts im Blut können den Schluckauf bekämpfen. Wir haben zehn der gängisten Tipps gegen Schluckauf für Sie zusammengefasst:

  1. Den Schluckauf-Geplagten erschrecken: Dadurch soll der Betroffene abgelenkt werden und das Hicksen wieder verschwinden.
  2. An eine spezielle Sache denken: Nach dem Prinzip Ablenkung funktioniert auch dieser Trick. Versucht man sich beispielsweise an das Mittagessen von vor drei Tagen zu erinnern, lenkt man sich selbst vom Hicksen ab und vergisst den Schluckauf.
  3. Sich sieben glatzköpfige Männer vorstellen: Skurril, aber weit verbreitet ist auch diese Ablenkungsstrategie gegen Schluckauf.
  4. Die Luft anhalten: Dieser einfache Trick erhöht den CO2-Gehalt im Blut. Das kann in vielen Fällen den Schluckauf unterbrechen.
  5. Küssen: Auch beim intensiven Knutschen mit dem Partner gelangt mehr CO2 in den menschlichen Blutkreislauf. Der Effekt ist derselbe wie beim Luftanhalten.
  6. Eine Flasche Wasser auf Ex trinken: Wichtig bei dieser Methode ist es, stilles Wasser zu trinken. Kohlensäure ist nämlich ein möglicher Auslöser von Schluckauf und deswegen zu seiner Bekämpfung ganz und gar nicht zu empfehlen.
  7. Den Unterkiefer vorschieben und die Position so einige Zeit halten: Die Übung entspannt indirekt die Atemmuskulatur.
  8. Hecheln wie ein Hund: Auch diese Atemübung hilft, das Zwerchfell wieder zu entkrampfen.
  9. Bauchmuskulatur bewusst an- und entspannen. So kann das Zwerchfell ebenfalls entkrampft werden.
  10. . Eine Banane Essen: Auch Kauen und Schlucken können dem Betroffenen helfen, sich vom Schluckauf abzulenken und das lästige Hicksen loszuwerden.

Auf welche Schluckauf-Mittel schwören Sie? Nutzen Sie dafür unsere Kommentarfunktion.

vin

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