+
Grübel, grübel: Wenn Sie Ihrem Hirn auf die Sprünge helfen wollen, dann versuchen Sie es mit Blaubeeren oder Nüssen – das bringt unser Denkorgan schnell auf Trab.

MEDIZIN À LA CARTE

Nicht vergessen – Blaubeeren essen!

Wie ernähre ich mich richtig, um mein Gehirn fit zu halten? Dies ist eine Frage, die sich nicht nur viele Menschen stellen, sondern die sich auch in zahlreichen Kochbüchern widerspiegelt:

Büchern, die sich mit dem Thema „brainfood“, also „Gehirnfutter“, beschäftigen: Sich intelligent zu essen ist natürlich eine verlockende Vorstellung. Ob dafür das „Studentenfutter“ als Nuss-Rosinen-Mix, welches in den Niederlanden „Lernhafer“ heißt, ausreicht, sei mal dahingestellt.

Im vergangenen Jahr konnte eine Auswertung von zwei großen Studien mit insgesamt fast 30 000 Teilnehmern aus 40 Ländern zeigen, dass zumindest die Studienteilnehmer mit der gesündesten Ernährung ein um 24 Prozent geringeres Risiko für einen geistigen Abbau hatten – im Vergleich zu denen, die sich am ungesündesten ernährten. Das ist doch schon mal was! Man wird durch gesundes Essen nicht unbedingt schlauer, aber bleibt geistig länger auf der Höhe. „Gesund“ beinhaltete dabei eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Nüssen, Eiweiß aus Soja und mehr Fisch als Fleisch. „Ungesund“ war gekennzeichnet durch viel frittiertes Essen und vermehrten Alkoholkonsum. Interessant, dass eine gesunde Ernährung nicht nur das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen senkt, sondern auch Gedächtnisstörungen vorbeugt. Da Studien zu Ernährung ja immer komplex sind – es lässt sich nie genau sagen, welcher zusätzliche Faktor noch eine Rolle gespielt hat –, ist es von Vorteil zu wissen, dass bei der Auswertung die Faktoren Rauchen, Körpergewicht und sportliche Aktivität herausgerechnet wurden und es somit „nur“ um Ernährung ging. Trotzdem bleibt es natürlich unklar, welcher Nährstoff nun exakt dafür verantwortlich ist, dass die Gedächtnisfunktion besser „in Schuss“ blieb.

Interessant ist neben den in solchen Zusammenhängen häufig genannten Omega- 3-Fettsäuren und Vitaminen auch der Inhaltsstoff Resveratrol. Dem werden mögliche positive Effekte bei der Krebsprävention, Verhinderung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Langlebigkeit nachgesagt. Der Stoff kommt in größeren Mengen in Weintrauben und in Rotwein vor, da dieser eine längere Kontaktzeit mit den Traubenschalen hat, als Weißwein oder Rosé. Besonders die Weine aus den Trauben „Pinot Noir“ und „St. Laurent“ haben einen besonders hohen Gehalt (14,3mg/l). Blaubeeren sind auch eine gute Quelle für Resveratrol (44mg pro 100g), der Gehalt kann aber je nach Anbaugebiet sehr unterschiedlich sein. Beim Backen von Blaubeeren reduziert sich der Resveratrol-Gehalt um etwa die Hälfte. Ein Argument mehr, die Blaubeeren als geeiste Früchte zu sich zu nehmen – und mit herrlichem Topfenschaum zu kombinieren (siehe unser Rezept unten). In einer anderen Studie konnte übrigens gezeigt werden, dass die Einnahme von künstlich hergestelltem Resveratrol (200mg) zu einer verbesserten Gedächtnisfunktion geführt hat: Die Teilnehmer konnten sich nach 30 Minuten an mehr auswendig gelernte Wörter erinnern. Dies könnte mit einer besseren funktionalen Verschaltung zusammenhängen, und zwar in einer Gehirnregion, die für das Lernen extrem wichtig ist: dem sogenannten Hippocampus oder Seepferdchen. Um auf die entsprechenden Mengen von Resveratrol aus besagter Studie zu kommen, müsste man allerdings täglich 400 Blaubeeren essen. Und das wird man selbst mit unserem super-schmackhaften Nachtisch kaum schaffen.

Burger, Pizza oder Schokolade: Heißhunger in den Griff kriegen

Eine Heißhungerattacke hatte wohl jeder schon mal. Aber: Bekommt man eine solche Attacke auch ohne Esssünden in den Griff?

Grundsätzlich ist Hunger überlebensnotwendig. „Heißhunger entsteht jedoch, wenn es dem Körper an Nährstoffen mangelt“, sagt Matthias Riedl, Ernährungsmediziner. Dies sei etwa der Fall, wenn man eine Hauptmahlzeit ausgelassen hat oder bei einem Mangel an Kohlehydraten. Dabei sinkt der Blutzuckerspiegel rapide ab, und das ruft ein starkes Hungergefühl hervor.

Je nachdem welcher Nährstoff dem Körper fehlt, hat man bei einer Heißhungerattacke ein starkes Verlangen nach etwas Süßem oder Herzhaftem, erklärt Lars Selig, Diätassistent. Wer häufig unter diesen Attacken leidet, sollte das am besten vom Arzt abklären lassen – dahinter können auch hormonelle Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten oder eine Essstörung stecken.

Treten Heißhungerattacken auf, sollte man etwas trinken und abwarten. Viele verwechseln Hunger mit Durst. Neben Durst wird auch oft Appetit mit Hunger verwechselt: Hat man stets beim TVSehen oder in Stresssituationen Lust auf etwas Süßes, ist das ein Gefühl oder eine Gewohnheit. Experten-Tipp: regelmäßig essen! Jemand der satt ist, hat keinen Heißhunger. Aber: Zwei, drei Stücke Schokolade sind ok, besser: Nüsse – etwa 10 bis 15 Gramm reichen gewöhnlich aus.

Unser Rezept: Geeiste Blaubeeren mit Topfennockerl

Geeiste Blaubeeren mit Topfennockerl (für 4 Personen)

Für die Topfennockerln: 

250 g Quark (Halbfettstufe)
100 g Zucker
250 ml Schlagsahne
2 Eiweiß
1 Vanilleschote
1 Zitrone (Schale unbehandelt)

Zubereitung: 

  1. Den Quark mit Zitronensaft, der abgeriebenen Zitronenschale, Zucker und dem ausgeschabten Mark der Vanilleschote mit einem Schneebesen glatt rühren, bis sich die Zuckerkristalle gelöst haben.
  2. Die Sahne steif schlagen und danach kühl stellen. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Topfenmasse arbeiten. Im Anschluss dann die kalte, geschlagene Sahne unterheben, bis ein gleichmäßiges Volumen entsteht.
  3. Ein feines Tuch (Passiertuch) in ein Sieb legen und über eine passende Schüssel zum Abtropfen legen. Danach den Topfenschaum behutsam auf das Tuch gleiten lassen und abgedeckt drei bis vier Stunden kalt stellen.

Zubereitungszeit: ca. 20 Min.

Kühlzeit: 3 bis 4 Std.

Für die geeisten Blaubeeren:

Zutaten: 

250 g Blaubeeren (Heidelbeeren)
125 g Zucker
125 ml Wasser
1 Limette
1 Zimtstange
3 Nelken
2 gestoßene Kardamomkapsel
2 Blatt Gelatine

Zubereitung: 

  1. Den Zucker mit dem Wasser einmal aufkochen. Die Gewürze dazugeben und 15 bis 20 Min. ziehen lassen.
  2. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Limette heiß abwaschen und den Saft zu dem Zuckerwasser geben.
  3. Die Blaubeeren waschen, danach auf einem Küchentuch trockentupfen und in eine Schüssel geben.
  4. Den Zuckersud passieren (Teesieb) und erneut erwärmen. Danach die aufgeweichte Gelatine ausdrücken, in den Fond geben und nochmals passieren.
  5. Den Fond über die Blaubeeren gießen und 3 bis 4 Stunden kalt stellen. Die Beeren beim Servieren vorsichtig mit einem Löffel umrühren und mit dem Geleestückchen anrichten.

Zubereitungszeit: 30 bis 35 Min.

Kühlzeit: 3 bis 4 Std.

Serie: Medizin à la carte – Kochen für die Gesundheit

Im wahrsten Sinne des Wortes gesund essen: Weitere Artikel mit gut verdaulichen wissenschaftlichen Fakten, die Sie dazu anregen, vielleicht ein Küchen-Experiment zu wagen, finden Sie hier:

Unsere Speisekarten zum Download: 

  1. Was fürs Herz: Wer sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken will, setzt auf mediterrane Kost.
  2. Knochen-Arbeit verrichten: Um Osteoporose vorzubeugen, empfiehlt sich kalziumreiche Kost.
  3. Wenn der Darm verstimmt ist: Dann tut man ihm mit unserem Rezept was Gutes, da es die Galle anregt und eine gesunde Darmflora fördert
  4. Den Stoffwechsel anregen: Mit Vitamin A gegen Diabetes.
  5. Dem Gehirn auf die Sprünge helfen: Wer sich gegen Demenz schützen möchte, sollte auch auf Blaubeeren setzen.
  6. Schön immun bleiben: Für die Immunabwehr ist Zink besonders wichtig.
  7. Freudensprünge für die Seele: Selbst bei Depressionen kann sich Schokolade positiv aufs Wohlbefinden auswirken.

Von Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen

Mehr zum Thema

Video

Immer müde? Das könnten die 5 Gründe sein

Immer müde? Das könnten die 5 Gründe sein
Video

Krätze breitet sich in Deutschland aus

Krätze breitet sich in Deutschland aus

Kommentare