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Für Bienen wird es immer schwerer, Nahrung zu finden. (Symbolfoto)

Fehlende Blütenvielfalt

Der heimischen Honigbiene geht die Nahrung aus

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Freiburg - Monokulturen und Giftstoffe in der Landwirtschaft, Gärten mit Steinen statt Blumen: Für Bienen wird es immer schwerer, Nahrung zu finden. 

Neue Blüten für die Bienen: Mit einer Tierschutzkampagne in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wollen Imker, Gärtner und Naturschützer Honigbienen neue Nahrung geben. Der Bestand in den beiden Bundesländern sei in den vergangenen 60 Jahren um mehr als zwei Drittel zurückgegangen, sagt eine Sprecherin des Deutschen Imkerbundes. 

Ein Grund sei die geringer werdende Blütenvielfalt. Bienen verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. In den beiden Bundesländern würden derzeit mehr als 100.000 kostenlose Saatgutmischungen verteilt. Die Blumen dienten Bienen als Nahrung.

Bienenbestand im Südwesten erhöhen

Initiiert wurde die Aktion vom Südwestrundfunk (SWR). Dort wird die Bienenrettung von diesem Montag an zu einem der Programmschwerpunkte, wie eine Sprecherin des Senders in Baden-Baden sagt. Bis September werde sich das SWR Fernsehen dem Thema widmen, unter anderem mit Vor-Ort-Aktionen, im Internet und in der werktäglichen Ratgebersendung „Kaffee oder Tee“. Ziel sei es, den Bienenbestand im Südwesten zu erhöhen und die Tiere zu schützen.

„Es gibt viele Faktoren, die Bienen das Leben schwer machen“, sagt Gartenexpertin Heike Boomgarden in Baden-Baden. Monokulturen und der Einsatz von Giftstoffen in der Landwirtschaft sowie der Wegfall von klassischen Streuobst- und Blumenwiesen sorgten dafür, dass den Tieren die Nahrungsquellen ausgingen. Hinzu komme der Trend zu Gärten mit englischem Rasen oder Steinen und dekorativen Gartenpflanzen. Die seien für Bienen ungeeignet.

Jeder kann helfen

Der Imkerbund rief dazu auf, wieder klassische Blumensorten wie Mohn, Korn- oder Sonnenblumen zu sähen. „Um etwas für die Natur oder für Bienen zu tun, muss nicht jeder Imker werden“, sagte Verbandspräsident Peter Maske. „Trägt man im eigenen Garten oder auf dem Balkon dazu bei, dass Bienen vom Frühjahr bis zum Spätsommer ein vielfältiges Blütenangebot haben, so ist das die beste Möglichkeit, die heute von vielen Menschen leider nicht mehr wahrgenommen wird.“ Die Imagekampagne solle sensibilisieren und zum Umdenken bewegen.

Während die Zahl der Bienen zurückgeht, steigt die der Imker seit 2008 wieder, sagt die Verbandssprecherin. Der Großteil betreibe die Imkerei in der Freizeit. In Baden-Württemberg gebe es knapp 21.000 Imker, in Rheinland-Pfalz seien es knapp 2.000. Gemeinsam hätten sie rund 167.400 Bienenvölker. Nur durch blühende Landschaften könnten diese jedoch erhalten und der Bienenbestand ausgebaut werden.

dpa/kab

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