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Umrüstung von VW-Fahrzeugen im ADAC-Test.

VW Abgas-Skandal

ADAC testet erste umgerüstete VW-Modelle

Seit Anfang des Jahres läuft die VW-Rückrufaktion. Die ersten 2,0 Liter Motoren sind umgerüstet worden. Doch, wie wirken sich die Maßnahmen aus. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

Beim Abgas-Skandal um die manipulierten Abgaswerte von Dieselmotoren steht ein Motortyps im Fokus: Motoren mit der Bezeichnung EA 189. 

Bei den betroffenen Motoren ist ein Softwareprogramm mit einer "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingebaut. Diese Software kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide (Nox-Werte) gemessen werden als im regulären Betrieb.

Seit Anfang des 2016 ruft der Volkswagenkonzern  betroffenen Diesel-Autos  in die Werkstatt. Für 2,0 Liter-Motoren reicht nach Herstellerangaben und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein Software-Update aus. Die Umrüstung sollte weder den Verbrauch steigern noch die Leistung mindern.

Der ADAC hat nun gemeinsam mit dem österreichischen Automobilclub ÖAMTC und dem Schweizer TCS diese Versprechen an vier Fahrzeugen untersucht.

  • Audi Avant 2,0 TDI mit manueller 6-Gang-Schaltung und Start-Stopp-System (drei Fahrzeuge)
  • VW Golf 2,0 TDI BMT mit manueller 6-Gang-Schaltung  und Start-Stopp-System (ein Fahrzeug)

Das Ergebnis: Nach der Umrüstung halten die vier getesteten Modelle die gesetzliche Schadstoffgrenzwerte ein.

Im für die Typgenehmigung relevanten NEFZ-Zyklus (Neuer Europäischer Fahrzyklus) stellten die Tester aber bei den vier untersuchten Modellen im Vergleich zwischen vor und nach dem Update praktisch keine Veränderung bei den Stickstoffoxid-Emissionen und beim Verbrauch fest. Die Emissionen von NOx und CO2 sowie der Verbrauch bleiben durch die Umrüstung weitgehend unverändert.

Unter höherer Last bei den realitätsnäheren WLTC- und BAB130-Zyklen reduzieren sich die NOx-Emissionen nach der Umrüstung signifikant, während sich der Verbrauch in diesen Zyklen nur leicht erhöhte. 

Mit der neuen Software vermindern sich die NOx-Emissionen je nach Fahrzeug und Messzyklus um bis zu 12 Prozent beim Audi und um bis zu 36 Prozent beim VW Golf. Unter Berücksichtigung der Messunsicherheit von maximal +/-2 Prozent ergibt sich beim vom ADAC untersuchten VW Golf je nach Zyklus außerdem ein geringer Verbrauchsanstieg von 0,4 bis 2,5 Prozent.

Als auffällig ist hingegen zu bewerten, dass der im NEFZ-Zyklus ermittelte Dieselverbrauch bei den Messungen aller vier Fahrzeuge bereits vor der Softwareänderung um 7 bis 15 Prozent höher ausfiel als die jeweilige Herstellerangabe (Normverbrauch). Beim vom ADAC getesteten VW Golf wurden die Typprüfwerte für CO2 (114 g/km) und den Kraftstoffverbrauch (4,3 l/100km) um 7,2 Prozent beziehungsweise 8,6 Prozent überschritten.

Test bietet nur erste Orientierung

Bezüglich der Bewertung des ersten Testergebnisses weisen ADAC, ÖAMTC und TCS jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Untersuchung nur eine erste Orientierung ist. Sie lasse keine generellen Aussagen über die Gesamtheit der zurückgerufenen Fahrzeuge zu.

Um gegebenenfalls individuelle Rechtsansprüche zu begründen, müssen jedoch fahrzeugspezifische Untersuchungen durchgeführt werden.

ml

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